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Studie: Kriegserlebnisse können Jahre später Krebsrisiko erhöhen

Soldaten mit traumatisierenden Kriegserlebnissen haben Jahrzehnte später ein erhöhtes Krebsrisiko. Das hat eine US-Analyse der Gesundheitsgeschichte von Vietnam-Veteranen ergeben, wie das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2 514, S. 6) berichtet.

dpa LONDON. Soldaten mit traumatisierenden Kriegserlebnissen haben Jahrzehnte später ein erhöhtes Krebsrisiko. Das hat eine US-Analyse der Gesundheitsgeschichte von Vietnam-Veteranen ergeben, wie das britische Magazin „New Scientist“ (Nr. 2 514, S. 6) berichtet.

Der Untersuchung zufolge bestanden noch 30 Jahre nach Ende des Vietnam-Kriegs große Unterschiede bei den Todesursachen amerikanischer Veteranen. Von Männern mit posttraumatischer Belastungsstörung durch Kampferlebnisse starben nicht nur mehr an Herz-Kreislaufkrankheiten, sondern auch an verschiedenen Krebsarten, wie Joseph Boscarino von der New Yorker Akademie für Medizin herausgefunden hat.

Während ein Zusammenhang zwischen Herzkrankheiten und Stress aus anderen Studien bereits bekannt sei, weise diese Studie erstmals eine langfristige direkte Verbindung zwischen Herzkrankheiten und der posttraumatischen Belastungsstörung nach, sagte Boscarino dem „New Scientist“. Überraschend seien aber vor allem die gestiegenen Krebszahlen, die sich nicht etwa durch Unterschiede im Rauchverhalten erklären ließen. Als eine Erklärung vermutet Boscarino, dass sich bei der posttraumatischen Belastungsstörung möglicherweise das Immunsystem sowie verschiedene Hormonspiegel verändern. So sank nach seinen Beobachtungen der Spiegel des Stresshormons Kortisol proportional zum Umfang der Kampferfahrungen.

Gestützt werden Boscarinos Beobachtungen durch eine Untersuchung israelischer Veteranen aus dem Libanon-Krieg von 1982. Demnach sind unter Veteranen mit posttraumatischer Belastungsstörung Bluthochdruck, Magengeschwüre und Diabetes heute doppelt so häufig wie unter Veteranen ohne die Störung. Das hatte eine Forschergruppe um Yael Benyamini von der Universität Tel Aviv im Fachjournal „Social Science and Medicine“ (Bd. 61, S. 1 267) berichtet. Die US- Untersuchung soll im Fachblatt „Annals of Epidemiology“ erscheinen.

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