Forschung + Innovation
Studien belasten Rheumamittel Vioxx weiter

Das kürzlich vom Markt genommene Rheumamittel Vioxx hat das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls fast verdoppelt. Das berichtet das „New England Journal of Medicine“ unter Berufung auf eine Studie mit 2 586 Patienten, an denen das Medikament zur Darmkrebs-Vorbeugung erprobt worden war.

dpa NEW YORK. Das kürzlich vom Markt genommene Rheumamittel Vioxx hat das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls fast verdoppelt. Das berichtet das „New England Journal of Medicine“ unter Berufung auf eine Studie mit 2 586 Patienten, an denen das Medikament zur Darmkrebs-Vorbeugung erprobt worden war.

Gleichzeitig liefert eine Auswertung von 19 älteren Studien eine erste Erklärung dafür, warum Rheumamittel wie Vioxx Herz und Kreislauf schaden können: Sie erhöhen den Blutdruck, berichtet ein australisches Forscherteam in den „Archives of Internal Medicine“ des amerikanischen Ärzteverbandes (AMA).

Die neuen Veröffentlichungen lenkten bereits einen Tag vor einer Anhörung der US-Gesundheitsbehörde FDA die Aufmerksamkeit auf die Medikamentengruppe der so genannten Cox-2-Hemmer. Je nach Verlauf der Anhörung könnte auf verschiedene Hersteller dieser Mittel eine Prozesslawine zurollen.

Das US-Pharmaunternehmen Merck in Whitehouse Station (New Jersey) hatte Vioxx im Herbst aus Sorge über das erhöhte Infarktrisiko weltweit vom Markt genommen - nach Worten von Kritikern Jahre zu spät. Schätzungen zufolge könnten bis zu 140 000 Geschädigte oder Hinterbliebene möglicher Vioxx-Opfer Schadensersatz fordern. Experten rechnen laut Presseberichten mit Ansprüchen von bis zu 30 Mrd. Dollar (23 Mrd. Euro).

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hat ihren Kollegen im Dezember zu einer sorgsameren Auswahl von Rheumamitteln geraten. Die relativ neuen Cox-2-Hemmer (Coxibe) waren bis vor kurzem verstärkt verschrieben worden, weil manche zuvor üblichen Rheumamittel bei einigen Patienten zu Magen- und Darmblutungen geführt hatten. Der Arzneimittelkommission zufolge können jedoch viele Patienten weiter mit den älteren Medikamenten behandelt werden, insbesondere, wenn zusätzlich Magenschutzmittel verordnet werden.

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