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Stürme über Ozeanen bringen Erde zum Brummen

Stürme über den Ozeanen versetzen den Meeresboden in Schwingungen und bringen so die Erde zum Brummen. Besonders energiereich ist das für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbare Summen im Januar und im Juli, berichten US-amerikanische Forscher im britischen Wissenschaftsjournal „Nature“ (Bd. 430, S. 552) von diesem Donnerstag. Mitten im nordischen Winter - also im Januar - seien die Stürme über dem Nordpazifik Hauptquelle der Schwingungen. Im Juli, während des Winters auf der Südhalbkugel, schwinge die Erde am Boden des Südpazifik und Südatlantik am stärksten.

dpa LONDON. Stürme über den Ozeanen versetzen den Meeresboden in Schwingungen und bringen so die Erde zum Brummen. Besonders energiereich ist das für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbare Summen im Januar und im Juli, berichten US-amerikanische Forscher im britischen Wissenschaftsjournal „Nature“ (Bd. 430, S. 552) von diesem Donnerstag. Mitten im nordischen Winter - also im Januar - seien die Stürme über dem Nordpazifik Hauptquelle der Schwingungen. Im Juli, während des Winters auf der Südhalbkugel, schwinge die Erde am Boden des Südpazifik und Südatlantik am stärksten.

Ozeanboden und Erde vibrieren sehr gemächlich mit etwa zwei bis sechs Schwingungen pro Viertelstunde. Das entspricht einer Frequenz von zwei bis sieben Millihertz (tausendstel Hertz), die mehrere tausend Mal unter der menschlichen Hörschwelle von rund 20 Hertz liegt. Die Energie, die durch die Brummschwingungen täglich frei werde, sei vergleichbar mit einem Erdbeben der Stärke 6, schreiben Junkee Rhie und Barbara Romanowicz von der Universität von Kalifornien in Berkeley.

Jedoch können alle täglichen Erdbeben zusammen nicht Auslöser für das Schwingen der Meeresböden und das Summen der Erde sein, ergänzen die Wissenschaftler. Für ihre Untersuchungen hatten sie Daten von zwei seismischen Stationen in Kalifornien und in Japan analysiert. Aus den dort aufgezeichneten Kurven rechneten sie die für Erdbeben typischen Frequenzen heraus. So ermittelten die Forscher die je nach Jahreszeit verschiedenen Ursprünge der seismischen Wellen.

Wie stark ein Sturm den Ozeanboden in Schwingungen versetze, hänge nicht nur von der Windstärke und der Dauer des Sturms ab, schreiben die Forscher. Auch die Meerestiefe und die Oberfläche der Kontinentalplatten in den Ozeanbecken sei ausschlaggebend. So seien über dem Nordatlantik ähnlich starke Stürme wie über dem Nordpazifik gemessen worden. Dennoch werde der Boden des nördlichen Atlantik weitaus weniger in Schwingungen versetzt.

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