Forschung + Innovation
Süße Falle für Kakerlaken: Schädlingsbekämpfung mit Sex-Duft

Kammerjäger dürften Kakerlaken künftig mit dem sexuellen Duftstoff der weiblichen Schädlinge aufspüren. US-Forschern haben jenen Stoff synthetisch hergestellt, der alle männlichen Kakerlaken aus der Reserve lockt: den süßen Duft, den die Weibchen als Signal ihrer Bereitschaft zum Sex versprühen.

dpa WASHINGTON. Kammerjäger dürften Kakerlaken künftig mit dem sexuellen Duftstoff der weiblichen Schädlinge aufspüren. US-Forschern haben jenen Stoff synthetisch hergestellt, der alle männlichen Kakerlaken aus der Reserve lockt: den süßen Duft, den die Weibchen als Signal ihrer Bereitschaft zum Sex versprühen.

Tests bestätigten, dass die ungeliebten Haustiere dem Duftstoff (Pheromon) aus der Retorte tatsächlich auf den Leim gehen. Wendell Roelofs von der Cornell Universität in Geneva (US-Staat New York) und Kollegen stellen ihre neue Schädlingsfalle im Wissenschaftsjournal „Science“ (Bd. 307, S. 1 104) vom Donnerstag vor.

Mediziner machen vor allem die weltweit verbreitete Deutsche Schabe (Blattella germanica) für die Zunahme von Asthma und anderen Erkrankungen der Atemwege verantwortlich. Kakerlaken sondern ebenso wie Staubmilben und Schimmelpilze Eiweißstoffe ab, auf die besonders Kinder und ältere Menschen häufig allergisch reagieren.

Sie lassen sich am besten unter Kontrolle bekommen, wenn sie früh aufgespürt und dann mit Pestiziden ausgerottet werden, erläutern die Forscher. Da Kakerlaken sich in dunklen Ecken verstecken, fallen sie oft erst dann auf, wenn sie schon zum Problem geworden sind. Das soll nun die Pheromon-Falle verhindern.

Der sexuelle Duftstoff und die Drüse, in der weibliche Kakerlaken ihr Pheromon produzieren, war schon 1993 identifiziert worden. Aber alle Versuche, die Substanz künstlich herzustellen, waren fehlgeschlagen. dpa go xx hu

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