„SuitSAT“-Signale auch von Amateurfunkern zu empfangen: Alter Anzug wird zum Satelliten

„SuitSAT“-Signale auch von Amateurfunkern zu empfangen
Alter Anzug wird zum Satelliten

Ausgesetzt im Weltraum - aus diesem Albtraum jedes Astronauten macht die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS bei Außenarbeiten ein einzigartiges Experiment.

HB MOSKAU/HOUSTON. Am Freitagabend soll ein alter russischer Raumanzug, umgewandelt in einen Minisatelliten, im offenen All seinem Schicksal überlassen werden. Bis zu sechs Wochen werde „SuitSAT“ (englisch von „Space Suit“ und „Satellite“) Radiosignale zur Erde funken, erwarten russische und amerikanische Raumfahrtexperten.

Wenn die ISS-Bewohner Bill McArthur und Waleri Tokarew am Freitag um 23.30 Uhr MEZ die Luke öffnen, wird es so aussehen, als schubsten sie einen Kollegen ins All. Doch der gebrauchte Orlan-Raumanzug ist bis auf einige zusätzliche Sensoren und eine Sendeanlage im Helm leer. „Der Satellit wird Textbotschaften, telemetrische Daten und ein Fernsehbild übermitteln“, erklärte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos. Die Botschaften auf Russisch, Japanisch, Spanisch, Deutsch, Französisch und Englisch wurden von Studenten gesprochen.

Die Signale von „SuitSAT“ sollen auf der UKW-Amateurfunk-Frequenz 145,990 MHz mit handelsüblichen Breitbandempfängern oder Amateurfunkgeräten zu empfangen sein. Junge Funker rund um die Welt sollen ihre Kontakte zu dem fliegenden Anzug melden.

Die für menschliche Außeneinsätze notwendige Klimatisierung des Anzugs werde abgeschaltet, um Strom zu sparen, sagte Frank Bauer von der US-Raumfahrtbehörde NASA. „Wird sich der Anzug überhitzen? Wie lange reichen die Batterien? Bleibt die Datenübermittlung klar, auch wenn der Anzug ins Trudeln gerät?“ - diese Fragen solle das Experiment beantworten. Nach etwa sechs Wochen werde der Raumanzug in der Erdatmosphäre verglühen. Russische Kosmonauten haben schon früher alte Anzüge vollgestopft mit Müll ihrer Stationen im All entsorgt.

Bei dem insgesamt sechsstündigen Außeneinsatz sollen McArthur und Tokarew außerdem Teile von Roboterarmen ummontieren und ein Experiment mit Mikroorganismen in die Station zurückholen. Für die beiden Raumfahrer ist es der zweite Außeneinsatz ihrer Langzeitmission auf der ISS. Die nächste Besatzung wird am 30. März vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS starten.

Internet:
Projekt SuitSAT:  www.suitsat.org
Online-Berechnung der Satellitenhörbarkeit: 
science.nasa.gov/RealTime/JPass/25/JPass.asp

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