Sundancer könnte in fünf Jahren bemannt um Erde kreisen
Weltraum-Basis zum Aufblasen

Die ersten Weltraumflieger für Touristen sind im Bau. Doch noch fehlt ein anderer Bereich der Weltraum-Touristik völlig. Noch gibt es keine kommerziellen Weltraum-Plattformen oder Raumstationen. Ein US-Milliardär will nun ein privates Domizil im All bauen.

HAMBURG. In der kalifornischen Mojawe-Wüste sind sie schon in Bau: die ersten fünf Weltraumflieger für Touristen. Nicht nur die Firma Scaled Composites arbeitet mit Hochdruck an der Touristenverschickung ins All - auch in Europa werden Pläne für neue Luft- und Raumfahrzeuge geschmiedet. Dieser Eifer täuscht allerdings leicht darüber hinweg, dass ein anderer Bereich der Weltraum-Touristik bisher noch weitgehend brach liegt. Es fehlen kommerzielle Weltraum-Plattformen oder Raumstationen, die von Weltraum-Touristen überhaupt angeflogen werden könnten. Der heiße Flieger wartet - nur das Ziel fehlt.

Auf der großen Internationalen Raumstation ISS sind die privaten Weltraum-Reisenden keine gern gesehenen Gäste. Gegen den Willen der Amerikaner und Europäer haben die Russen derartige Besuche durchgesetzt. Die Russen kassierten für den Transport dieser individuellen Weltraum-Reisenden in ihren Sojus-Raumfahrzeugen bisher jeweils 20 bis 25 Mill. Dollar.

Jetzt aber zeichnet sich eine Veränderung ab. Der amerikanische Milliardär Robert Bigelow macht sich daran, eine private Raumstation zu errichten - und das auf revolutionärem Wege. Es soll sich um eine aufblasbare Konstruktion handeln, die erheblich leichter, billiger und auch einfacher in den Weltraum zu transportieren ist als die herkömmlichen Metall-Konstruktionen.

Bigelow, der mit der Hotelkette Budget Suites of America und anderen Unternehmen ein Vermögen gemacht hat, erfüllte sich einen alten Traum, als er vor sieben Jahren in Las Vegas sein eigenes Raumfahrtunternehmen Bigelow Aerospace gründete. Jetzt nimmt das Projekt des Weltraumhotels mit entfaltbarer Außenhaut konkretere Züge an.

Wenn dieses Vorhaben auf den ersten Blick auch als riskant oder technisch fragwürdig erscheinen mag, so hat Bigelows Initiative doch einen seriösen Hintergrund. Es war die Nasa, die vor 11 Jahren daran dachte, ein solch aufblasbares Modul - sie nannte es "Transhab" - als ein Mannschafts-Quartier in die ISS einzubauen. Doch der Plan fiel dem Rotstift zum Opfer. Daraufhin ließ sich Bigelow von der Luft- und Raumfahrtbehörde eine Lizenz für die neuartige Technologie geben. "Wir stehen heute auf den Schultern der Nasa", sagt der Unternehmer. Inzwischen ist er ein gutes Stück vorangekommen.

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