Synthetisches Fleisch: Burgerfleisch aus dem Labor

Synthetisches Fleisch
Burgerfleisch aus dem Labor

Forscher suchen nach Fleischersatz, der genau wie Fleisch schmeckt, aber die Umwelt weniger belastet. Für ihre Frikadellen nutzen sie unter anderem Stammzellen aus Rindermuskeln.

VancouverIn Europa und den USA werden derzeit Fleischklopse entwickelt, die zwar noch genauso wie Fleisch schmecken, aber die Umwelt weniger belasten sollen. Mark Post von der Universität Maastricht (Niederlande) gewinnt Fleischfasern aus den Stammzellen von tierischem Muskelgewebe. Sein Kollege Patrick Brown von der Stanford Universität (Kalifornien) arbeitet an Steaks, Speck und Burgern aus pflanzlichen Zutaten. Sein Rezept verrät er jedoch nicht.

Post und Brown sprachen am Sonntag (Ortszeit) im kanadischen Vancouver über ihre Projekte. Fleisch aus dem Labor statt vom Schlachthof? Das mache Sinn bei dem gigantischen „Fußabdruck“, den die Tierzucht in der Umwelt hinterlasse, sagen sie.

Beide Forscher haben Sponsoren gefunden, die ihre Arbeit finanzieren. Brown hat sich von seiner Professur zurückgezogen und die Entwicklung nachhaltiger Fleischprodukte zu seiner neuen Lebensaufgabe gemacht, wie er auf der Jahrestagung des amerikanischen Wissenschaftsverbandes AAAS erläuterte.

Klar gibt es schon Alternativen zu Fleisch, räumte er ein. Die meisten seien aus Soja, in Asien und bei Vegetariern beliebt, aber wenig überzeugend für echte Fleischliebhaber. Er wolle eine breite Menge ansprechen, über den Geschmack und Biss seiner Produkte sowie deren niedrigen Preis. In etwa einem Jahr sei es so weit, sagt Brown.

Dagegen braucht Post nach seinem für Herbst erwarteten Prototyp noch etliche Jahre, wie er sagt, bis er auf den Markt vorstoßen könne. Für die Stammzellen benötigt Post weiter Schlachttiere, allerdings nur einen Bruchteil von dem, was die herkömmliche Fleischgewinnung erfordert.

Die Tierzucht verschlinge mehr landwirtschaftliche Fläche, Wasser und Getreide als die Gewinnung irgendeines anderen Lebensmittels für den menschlichen Verzehr. Von dem Futter, das Tiere fressen, wird nur ein geringer Teil in tierisches Eiweiß umgesetzt. „Derzeit fließen 70 Prozent unserer landwirtschaftlichen Kapazität in die herkömmliche Fleischgewinnung“, erläutert der Niederländer.

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Burgerfleisch aus dem Labor

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