Team der Firma Merck ausgezeichnet
Zukunftspreis für Flachbildtechnik-Forschung

Der mit 250 000 Euro dotierte Deutsche Zukunftspreis des Bundespräsidenten geht an ein Team der Firma Merck KGaA in Darmstadt für die Verbesserung von Fernseh-Flachbildschirmen. Johannes Rau überreichte den Preis am Donnerstagabend in Berlin an Teamchef Kazuaki Tarumi und dessen Mitarbeiter.

HB BERLIN/DARMSTADT. Das Team habe an der Entwicklung großer, flacher TV-Schirme entscheidenden Anteil, hieß es bei der Vorstellung des Projekts im Deutschen Technikmuseum Berlin. Die bei Merck entwickelten Flüssigkristalle machten Flachbildschirme heller, kontrastreicher und schärfer.

Insgesamt waren vier Teams für den Zukunftspreis nominiert. Neben den TV-Flüssigkristallen wurden ein elektronischer Museumsführer, ein intelligentes Unfall-Schutzsystem für Autofahrer und ein elektrischer Käfig für lebende Zellen für preiswürdig erachtet. Der Forschungspreis wird seit 1997 jährlich vergeben und ist einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise der Bundesrepublik.

Tarumi und seine Mitarbeiter Melanie Klasen-Memmer und Matthias Bremer hatten seit Mitte der 90er Jahre bei Merck systematisch flüssigkristalline Substanzen getestet, die aus Mischungen von 20 bis 30 Komponenten bestehen. Experten schätzen, dass sich die Produktion von LCD-Fernsehern von weltweit derzeit drei Mill. Stück jährlich bald verzehnfachen wird. „Glück und Ausdauer ist mein Motto“, sagte der aus Japan stammende Tarumi. „Beides braucht der Forscher.“

„Die Frage ist, ob wir in Zukunft junge Menschen haben, die neugierig und fleißig sind - in einer Zeit, wo wir Deutschen zum Klagen neigen“, sagte Bundespräsident Rau vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. „Wir brauchen wieder mehr Zuversicht und vor allem die Bereitschaft, die vielen grauen Zellen in Bewegung zu setzen.“

„Mit dem Preis sind die anderen Nominierten genauso gemeint“, sagte Rau tröstend. Der elektronische Museumsführer der Sennheiser electronic GmbH (Wedemark bei Hannover) kommt ohne Tonträger aus, da Informationen drahtlos übertragen werden, sobald sich ein Besucher Schaustücken nähert.

Das „präventive Pkw-Insassenschutzsystem“ wurde von der Daimler-Chrysler AG entwickelt und strafft den Gurt beim Schleudern des Wagens. Die „elektromagnetischen Feldfallen“ für Einzelzellen schließlich sind eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (St. Ingbert), der Humboldt-Universität zu Berlin und der Evotec Technologies GmbH Hamburg.

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