Technik
Roboter agieren in Nischenmärkten

Ab dem heutigen Mittwoch spielen in Bremen zum zehnten Mal Roboter aus aller Welt in ihrer eigenen Weltmeisterschaft gegeneinander Fußball.

DÜSSELDORF. „Der RoboCup boomt“, sagt Chef-Organisator Ubbo Visser von der Universität Bremen. Beim ersten Robo-Cup 1997 beteiligten sich 38 Teams aus elf Nationen, in diesem Jahr sind es schon rund 440 Teams aus 36 Staaten, allein 50 Teams aus dem Iran werden erwartet. Mit den erwarteten 20 000 Zuschauern würde ein WM-Stadion zumindest nicht leer aussehen.

Von Robotern geht große Faszination aus – dafür sorgt seit den 30er-Jahren die Science-Fiction-Phantasie mit herausragenden Gestalten wie Mr. Data aus den Star Trek-Filmen. Viele Unternehmen wittern in Robotern einen künftigen Massenmarkt – weshalb beispielsweise die japanischen Unternehmen Honda und Sony kräftig in künftige Service-Roboter investierten. Doch Hondas „Asimo“ dient bisher nur Schau-Zwecken, und Sonys Roboterhündchen „Aibo“ war so unprofitabel, dass der Konzern Entwicklung und Produktion im Frühjahr eingestellt hat.

Die meisten Roboter in den Labors der Unternehmen seien von praktischen Anwendungen weit entfernt, sagt Achim Breckweg, Gruppenleister Robotersysteme am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart. Bisherige Anwendungen beschränken sich im wesentlichen aufs Rasenmähen und Staubsaugen. In Unternehmen sind dagegen hauptsächlich Transportroboter im Einsatz, die etwa Unterlagen in Büros verteilen.

„Einige deutsche Unternehmen realisieren darüber hinaus auch Speziallösungen in kleinen Stückzahlen“, sagt Breckweg. Im Deutschen Technikmuseum in Berlin fahren beispielsweise seit drei Jahren Roboter umher, die den Besucher über das Museum informieren. Diese Informationsroboter stammen von der GPS GmbH, die ebenfalls in Stuttgart sitzt. „Wir haben eine vielseitige Plattform für mobile Roboter entwickelt“, sagt Oliver Barth von der fünf Mitarbeiter starken Roboterabteilung der Firma. Die Transport- und Unterhaltungsroboter auf Basis der Plattform kosten fünfstellige Beträge; das Unternehmen baut davon Kleinstserien von weniger als zehn Exemplaren. Die Neuentwicklungen der Robotersparte müssen sich aus den Erlösen des laufenden Geschäfts tragen – das macht weite Sprünge in die Zukunft unmöglich.

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