Technologie
Neuer Reis trotzt den Naturgewalten

Auf den Philippinen züchten Forscher aus traditionellen Sorten neue, stressresistente Reispflanzen. Die ersten Samen sind bereits fertig – und könnten bald in zu trockenen oder zu nassen Anbaugebieten gegen den Hunger helfen.
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MANILA. 60 000 Hektar Reis-Anbaufläche retten! Eine Milliarde Euro Einkommen sichern! Tausende Menschen vor Hunger bewahren! Solche Aussichten klingen während der Weltwirtschaftskrise besonders verlockend. Und sie sind durchaus realistisch.

Die guten Nachrichten kommen ausgerechnet von den Philippinen, einem der ärmsten Länder Asiens, in dem über 30 Prozent der Bevölkerung mit weniger als 80 Euro im Monat auskommen müssen. Hier wächst ein Pflänzchen Hoffnung: In der Hochebene südlich von Manila liegt das Internationale Reisforschungsinstitut, kurz IRRI. Und seine Wissenschaftler blicken durchaus positiv gestimmt in die Zukunft.

„In fünf bis sechs Jahren können wir Reis züchten für jede Region der Welt: Reis, der gegen Krankheiten resistent ist, Kälte und Überschwemmungen erträgt oder Trockenheit überlebt“, sagt Sigrid Heuer. Die deutsche Molekularbiologin kam vor zwei Jahren auf die Philippinen und ist seitdem für eines der wichtigsten Forschungsprojekte des Instituts verantwortlich: Sie kreuzt traditionelle Reissorten, um sie resistent zu machen gegen die verschiedenen Arten von Stress, die in ihren Anbaugebieten vorkommen.

Der erste Anti-Stress-Reis ist bereits fertig: eine überflutungsresistente Sorte. Die Tests in den jeweiligen Ländern sind weitgehend abgeschlossen, und der Reis soll in den kommenden Wochen bereits an Bauern verteilt werden. So könnten bis zu 60 000 Hektar Reisfelder, die von Überflutungen bedroht sind, gesichert und damit auch das Einkommen und die tägliche Nahrung der Bauern garantiert werden.

„Dieser Reis, der Überflutungen übersteht, ist unser erstes Beispiel. Bald soll daraus ein ganzes Baukastensystem werden“, sagt Heuer. Sie steht am Rand eines Feldes, das etwa so groß ist wie der Strafraum vor einem Fußballtor. Das Versuchsfeld ist in mehrere viereckige Parzellen aufgeteilt. Die hier wachsenden Sorten tragen klangvolle Namen wie „Samba“ oder wissenschaftlich nüchterne Bezeichnungen wie „IR 42“.

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