Teilchenbeschleuniger LHC
Der Rap zum Urknall

Teilchenphysik für Rapper: Zum Start des weltgrößten Teilchenbeschleunigers LHC am Mittwoch hat die Wissenschaftsautorin Kate McAlpine den „Large Hadron Rap“ veröffentlicht. Auf YouTube können sich Interessierte das Higgs-Teilchen, den Urknall oder díe Dunkle Materie auf etwas andere Weise erklären lassen.

HB EAST LANSING. Die wunderbare Welt der Teilchenphysik und die Experimente im Teilchenbeschleuniger LHC des CERN sind auch bei YouTube ein Hit: Die 23-jährige US-Amerikanerin Kate McAlpine, eine Wissenschaftsautorin beim CERN, erklärt in ihrem „Large Hadron Rap“ zu treibenden Beats eingängig so komplizierte Dinge wie Higgs-Teilchen, Urknall, Dunkle Materie und die Experimente in dem 27 Kilometer langen Tunnel an der schweizerisch-französischen Grenze.

„Die Dinge, die er entdeckt, die knallen voll rein“, singt McAlpine, die zugibt, dass „Rap und Physik kulturell meilenweit voneinander entfernt sind“. „Ich fand es amüsant, es zu versuchen, und sie zusammenzuwerfen.“ Das fanden auch andere unterhaltsam, der Wissenschafts-Rap wurde bei YouTube bereits mehr als eine Million Mal angeklickt.

Der Large Hadron Rap

Auch Physiker sind zufrieden mit dieser unkonventionellen Vermittlung ihres Forschungsgebiets: „Wir lieben den Rap“, sagt CERN-Sprecher James Gillies - zumal wissenschaftlich alles ganz korrekt dargestellt sei. Zunächst sei er ja skeptisch gewesen, als McAlpine mit ihrer Idee gekommen sei. „Aber als ich ihre früheren Wissenschafts-Raps sah und den Text, da war ich überzeugt.“ Es sei die nahezu einmütige Meinung der Physiker, dass der Rap eine gelungene Sache sei.

McAlpine schrieb den Text auf ihrem 40-minütigen Weg zur Arbeit von Genf aus in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann überredete sie einen Freund, die Beats unterzumischen, und Freunde, mit ihr in den unterirdischen Tunneln und Höhlen zu tanzen, in denen die Experimente stattfinden werden.

„Wir hatten für einige Stellen eine besondere Aufsicht dabei“, berichtet die 23-Jährige. Eine Verantwortliche seien „Rappern gegenüber höchst misstrauisch“ gewesen. Sie überarbeitete ihren Rap schließlich im Michigan State's National Superconducting Cyclotron Laboratory, wo sie vor früher gearbeitet hat, und stellte ihn online.

Etwa 100 m unter dem Erdboden liegt der ringförmige Tunnel des Large Hadron Collider LHC mit knapp 27 km Umfang. In vier Kavernen sitzen die Kollisionspunkte mit den großen Detektoren. Die beiden größten, CMS und ATLAS, sollen beide mit verschiedenen Techniken das Higgs-Teilchen und neue Phänomene jenseits des Standardmodells suchen. Der obere kleinere Ring hat einen Umfang von 7 km. Er beherbergt das Super Proton-Synchrotron SPS, das die Teilchen für den LHC vorbeschleunigt.
Grafik: CERN

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%