Teilchenbeschleuniger LHC  

Neuer Energierekord für die Weltmaschine

Zwei Jahre lang war der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet, vor sechs Wochen erfolgte der Neustart – jetzt kann sich die Weltmaschine gleich wieder mit einem neuen Rekord schmücken.
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27 Kilometer ist der Beschleunigerring des LHC lang. Hier prallen Protonen mit bislang unerreichter Energie aufeinander. Quelle: ap
LHC-Ringtunnel

27 Kilometer ist der Beschleunigerring des LHC lang. Hier prallen Protonen mit bislang unerreichter Energie aufeinander.

(Foto: ap)

GenfDer weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) am europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf hat eine neue Rekordmarke gesetzt: Sechs Wochen nach dem Neustart prallten in der riesigen Weltmaschine Protonen mit bislang unerreichter Wucht aufeinander.

In der Nacht zum Donnerstag erreichte der LHC die Rekord-Kollisionsenergie von 13 Teraelektronenvolt (TeV) – nahezu doppelt so viel wie bisher. Allerdings handelte es sich zunächst um Test-Kollisionen und noch nicht um die weitere Suche nach unbekannten Elementarteilchen, wie das Europäische Kernforschungszentrum (Cern) am Donnerstag mitteilte.

Neustart für die Weltmaschine
Neustart für den LHC
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Nach rund zweijähriger Pause nimmt der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt, der LHC am europäischen Kernforschungszentrum Cern bei Genf, im März wieder den Betrieb auf.

Komplexeste Maschine der Welt
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Seit Anfang 2013 wurde der LHC, die komplexeste Maschine der Welt, umgerüstet und modernisiert.

Neuer Energierekord
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Nach dem Anschalten soll er Kollisionen mit der bislang unerreichten Energie von 13 Teraelektronenvolt ermöglichen. Zum Vergleich: Seinen bisherigen Energierekord erreichte der LHC 2012 mit acht Teraelektronenvolt.

Kontrollzentrum des LHC
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Entdeckungen bei solchen Energien könnten die Grenzen der Physik verschieben. So hoffen Forscher auf die Entdeckung einer neuen Art von Teilchen, mit denen sich das Geheimnis des dunklen Universums lüften ließe – also jenen Teil des Kosmos, der nicht direkt zu beobachten ist, sondern sich nur durch seine Wechselwirkung mit dem sichtbaren Universum verrät.

Spurensuche am Cern
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Forscher gehen davon aus, dass die sichtbare Materie nur rund vier Prozent des Universums ausmacht, während 96 Prozent auf sogenannte Dunkle Materie und die ebenso rätselhafte Dunkle Energie entfallen.

Forschungsziel Supersymmetrie
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Eine Erklärung für die unsichtbare Dunkle Materie lautet, dass alle aus dem bewährten Standardmodell der Teilchenphysik bekannten Partikel schwerere Zwillingsteilchen haben – sogenannte supersymmetrische Teilchen, aus denen dann die Dunkle Materie bestehen könnte. Wissenschaftler glauben, dass der generalüberholte LHC genug Energie besitzt, um supersymmetrische Teilchen zu entdecken – wenn diese denn existieren.

Projekt der Superlative
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Der unterirdische Hadronen-Speicherring im französisch-schweizerischen Grenzgebiet, von Wissenschaftsbegeisterten auch „Weltmaschine“ genannt, ist ein Projekt der Superlative: Das Spitzentempo der beschleunigten Protonen beträgt 99,9 Prozent der Lichtgeschwindigkeit.

Mit dem Erreichen der Rekord-Energiewerte sei die auf acht Wochen angelegte Phase der Wiederinbetriebnahme des LHC erfolgreich fortgesetzt worden. Während dieser Zeit werden alle Systeme und Bestandteile des 27 Kilometer langen LHC-Ringtunnels getestet und aufeinander eingestellt. Ab Anfang Juni sollen dann wieder Daten aufgezeichnet werden.

In den vergangenen zwei Jahren war der LHC umgebaut und gründlich gewartet worden. Knapp drei Jahre nach der wegweisenden Entdeckung des Higgs-Teilchens hoffen die Forscher unter anderem, in den Zerfallsprodukten der Teilchenkollisionen Beweise für die Existenz von Dunkler Materie sowie Informationen über ihre Zusammensetzung zu bekommen.

  • dpa
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