Terahertz-Strahlen
Ein Licht für Sprengstoff und Sterne

Terrahertz-Strahlen sind die neuen Lieblingskinder der Forschung. Sie können Objekte durchdringen und Verborgenes sichtbar machen, sind für Menschen aber ungefährlich. Sicherheitsexperten träumen bereits von handlichen Terahertz-Detektoren, die Alarm schlagen, wenn jemand Sprengstoff unter der Kleidung trägt.
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KÖLN. Seit 15 Jahren arbeitet Heinz-Wilhelm Hübers daran, kommendes Frühjahr geht es endlich los. Dann nimmt das Flugzeug-Observatorium Sofia den Betrieb auf. Und zur Ausstattung wird Hübers Terahertz-Empfänger gehören, den er beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt hat.

Das Gerät soll mehr als zwölf Kilometer über dem Erdboden aus dem offenen Dach einer Boeing 747 den Weltraum untersuchen. "Wenn wir Glück haben, gewinnen wir neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Universums und die Entstehung von Sternen", sagt Hübers, Leiter der Terahertz- und Infrarotsensorik beim DLR. Das wäre nicht nur ein Fortschritt für die Kosmologie, sondern auch für die Terahertz-Technik.

Denn auch die Forschung auf der Erde hat in den vergangenen Jahren das mittlere Wellenspektrum zwischen den Mikrowellen und der Infrarot-Strahlung für sich entdeckt. Terahertz-Strahlen sind dabei besonders interessant. Denn sie können durch verschiedenste Materialien dringen und mit Hilfe von bildgebenden Verfahren sichtbar machen, wie Objekte zusammengesetzt sind oder was sich hinter ihnen verbirgt. Sicherheitsexperten träumen von handlichen Terahertz-Detektoren, die Alarm schlagen, wenn jemand Sprengstoff unter der Kleidung trägt. Die Industrie freut sich auf verbesserte Messsysteme in der Qualitätssicherung.

Dass die Wissenschaft erst jetzt in diesen potenten Spektralbereich vordringt, hat einen einfachen Grund: Bis vor kurzem fehlten sowohl Empfangsgeräte als auch geeignete Quellen, um die Terahertz-Strahlung herzustellen. Doch mittlerweile haben Forscher wie Hübers Teilchenbeschleuniger und Hochleistungslaser weiter entwickelt und zu zuverlässigen Terahertz-Strahlenquellen gemacht. "Noch kosten Terahertz-Laser mehrere zehntausend Euro", sagt Hübers. "Mit neuen Fertigungsverfahren werden die Preise aber bald sinken."

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