Terahertz-Technologie
Strahlen für den Durchblick

Die Terahertz-Strahlung macht Objekte mehr oder weniger durchsichtig und arbeitet gleichzeitig zuverlässiger als Röntgen- oder Ultraschallwellen. In Japan hat man das Potenzial der Technologie bereits erkannt: In den kommenden Jahren sollen alle Hauptpostämter mit Terahertz-Systemen ausgerüstet werden, um Drogen und Sprengstoffe in Paketen frühzeitig zu erkennen.

FRANKFURT. James Bonds Röntgenbrille in "Die Welt ist nicht genug" enthüllt dem Frauenliebling nicht nur verborgene Waffen unter Kleidern. Zum Glück für unsere Gesundheit wird dieser uralte Männertraum zumindest mit Röntgenstrahlen sicher Science-Fiction bleiben. Doch eine andere Form elektromagnetischer Strahlung könnte vergleichbare - allerdings weniger schlüpfrige - Zwecke erfüllen, wenn auch kaum als filigrane Brille.

Terahertz-Wellen nennen Forscher einen Bereich des elektromagnetischen Spektrums, der lange ein weißer Fleck auf der technologischen Landkarte war. Er liegt zwischen den Mikrowellen und der fernen Infrarot-Strahlung, also ungefähr zwischen hundert Gigahertz (hundert Milliarden Schwingungen in der Sekunde) und zehn Terahertz (zehntausend Milliarden Schwingungen pro Sekunde).

Diese langwellige Strahlung hat Eigenschaften, die sie für die viele technische Nutzungen hoch attraktiv machen. In der Terahertzwelt sind fast alle Objekte mehr oder weniger durchsichtig. Nur Metall reflektiert Terahertz-Strahlung, und Wasser schluckt sie weg. Ganz anders als Röntgenstrahlung schädigt sie auch kein lebendes Gewebe. In ihrem für unsere Augen unsichtbaren "Licht" verraten sich viele chemische Substanzen durch einen charakteristischen, spektralen Fingerabdruck. Geheimagent 007 könnte also mit einer Terahertzbrille durch die Verpackung hindurch erkennen, ob ihm ein Weltbösewicht etwa eine Paketbombe geschickt hat: Im Terahertz-Spektrum verraten sich viele Sprengstoffe.

Der japanische Forscher Kodo Kawase entwickelt mit seinem Team am Riken-Institut nahe Tokio ein System, das Briefe und Pakete mit Terahertz-Strahlen durchleuchtet. Der internationale Postversand ist ein wichtiger Transportweg für verbotene und gefährliche Substanzen, man denke nur an Briefbomben. "Wir haben damit viele illegale Drogen und Sprengstoffe getestet", erklärt Adrian Dobroiu, einer der Mitarbeiter von Kawase: "Alle haben einen charakteristischen Fingerabdruck im Terahertzband." Das System soll in den kommenden Jahren in allen Hauptpostämtern in Japan installiert werden. Dort soll es die Post automatisch durchleuchten und verdächtige Sendungen zur näheren Prüfung aussortieren.

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