Test des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
Unreines Rapsöl schadet Motoren

Mit dem nachwachsenden Kraftstoff Rapsöl haben Dieselmotoren noch große Probleme. Von 110 Traktoren, die das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft seit 2002 versuchsweise mit Rapsöl betanken lässt, blieben acht mit schweren Motorschäden liegen.

HB/der DÜSSELDORF. Kleinere und größere Reparaturen waren an 71 Schleppern nötig; nur 31 liefen vollkommen problemlos. Der Grund für die Probleme liegt in schlecht aufbereitetem Öl, das Kraftstofffilter zusetzt und Einspritzpumpen beschädigt.

Der Versuch mit 110 Traktoren ist auf drei Jahre angesetzt. Er soll zeigen, ob sich Rapsöl überhaupt als Kraftstoff eignet, welche Motorentypen ihn gut vertragen, welche technische Umrüstung eventuell erforderlich ist und welche Qualität das Öl haben muss.

Edgar Remmele vom Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Freising begleitet das Projekt. Die Probleme überraschen ihn nicht: „Die kleinen Ölmühlen filtern das Öl nicht gut genug, so dass Schwebstoffe zurückbleiben, die dann den Motor schädigen.“ Die Hälfte aller Kraftstoffproben hätten nicht den Qualitätsanforderungen entsprochen. Für den Autofahrer, der seinen Wagen mit Sprit vom Feld betankt, bestehe aber kein Grund zur Besorgnis: „Was Sie an Tankstellen kaufen können, ist Bio-Diesel. Das ist im Grunde zwar auch Pflanzenöl, wird aber speziell aufbereitet und ist dadurch problemlos in Dieselmotoren einsetzbar.“ Der Kraftstoff für die Versuchstraktoren sei hingegen einfaches Speiseöl wie man es in jedem Supermarkt kaufen könne.

Rapsöl hat gegenüber Erdöl-Produkten und Bio-Diesel zwei große Vorteile: Es ist billig und es ist vollkommen ungiftig. Seine Ungefährlichkeit macht es zu einem idealen Kraftstoff für Verbrennungsmotoren, die in ökologisch sensiblen Bereichen eingesetzt werden. Das sind vor allem die Land- und Forstwirtschaft, die Schifffahrt sowie Heizungsanlagen in Naturschutzgebieten. „Einige Schutzhütten des Alpenvereins haben schon auf Rapsöl-Befeuerung umgestellt“, sagt Edgar Remmele. Dass demnächst massenhaft Autos mit Rapsöl fahren werden, hält er aber für unrealistisch: „Die Umrüstung wäre viel zu teuer.“

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