Test weist Bakterien innerhalb von Stunden nach
Gensonden spüren Legionellen auf

Das im Wasser lebende Legionella-Bakterium stellt für Betreiber von Hotels, Krankenhäusern und Altenheimen ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Mit einem Test, der die Erreger innerhalb von Stunden sichtbar macht, will die Münchener Vermicon AG den Betreibern helfen, den Ausbruch der Lungenkrankheit zu verhindern.

FRANKFURT/M. Das im Wasser lebende Legionella-Bakterium stellt für Betreiber von Hotels, Krankenhäusern und Altenheimen ein enormes Sicherheitsrisiko dar – das zeigen die jüngsten Todesfälle im Klinikum Frankfurt an der Oder. Mit einem Test, der die Erreger innerhalb von Stunden sichtbar macht, will die Münchener Vermicon AG den Betreibern helfen, den Ausbruch der schweren Lungenkrankheit in ihren Einrichtungen zu vermeiden. Dabei bedient sie sich der Gensonden-Analytik, die das Bakterium im Mikroskop sichtbar macht.

Als Vorteil des Vermicon-Schnelltests wertet Christian Lück vom Institut für Mikrobiologie und Hygiene der Technischen Universität Dresden den Zeitfaktor. Beim herkömmlichen Nachweisverfahren muss die Wasserprobe mindestens drei Tage lang inkubiert werden. Dann werden Erreger gezählt und die ursprüngliche Belastung anhand der bekannten Reproduktionszyklen des Bakterientyps zurückgerechnet. Das neuartige Verfahren liefert nach Hersteller-Angaben dagegen schon nach drei Stunden ein Ergebnis.

Um Bakterien mit Hilfe der Gensonden-Analytik nachzuweisen, muss zunächst eine spezifische Ribonukleinsäure-Sequenz (RNA) des gesuchten Bakterientyps gefunden werden. Das ist dank frei zugänglicher Datenbanken heute kein Problem mehr. Diese so genannte Gensonde wird mit einer fluoriszierenden Einfärbung gekennzeichnet und in die Probe gegeben. Sofern dieser Marker auf das gesuchte Bakterium trifft, dockt er an der passenden RNA des Bakteriums an. Geschulte Laboranten können im Mikroskop anhand der Einfärbung erkennen, ob die Gensonden ein entsprechendes Gegenstück gefunden haben.

Diese so genannte Fish-Technik (Fluoreszenz In-Situ Hybridisierung) lässt sich auch in anderen Bereichen einsetzen. Im Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg etwa wird sie genutzt, um Krebszellen näher zu bestimmen. Das Institut Fresenius verwendet die von Vermicon entwickelte Analyse-Methode, um Salmonellen in Lebensmitteln nachzuweisen.

Als Standardmethode für den Nachweis von Legionellen ist die Gensonden-Analytik Lück zufolge noch nicht geeignet, weil sie zu betreuungsintensiv ist. Auch für die endgültige Klärung der Brandenburger Todesfälle sei sie nicht ausreichend, weil sie nicht zwischen den 44 bekannten Arten des Legionellen-Bakteriums unterscheiden kann.

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