Testflug für Antares DLR-H2
Brennstoffzellen-Flugzeug hebt ab

Auf dem Hamburger Flughafen hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt am heutigen Dienstag einen Motorsegler vorgestellt, dessen Propeller von Strom aus einer Brennstoffzellen angetrieben wird. Die Brennstoffzellentechnik soll künftig in Verkehrsflugzeugen zum Einsatz kommen - vorerst jedoch nur für die Stromversorgung an Bord.
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BERLIN. Am heutigen Dienstag präsentierte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erstmals in Hamburg sein neu entwickeltes Flugzeug Antares DLR-H2 der Öffentlichkeit. Das Besondere an Antares ist sein Antrieb: Die Energie für den Motor liefert eine Wasserstoffbrennstoffzelle.

Antares basiert auf dem handelsüblichen Motorsegler Antares 20E, der mit einem Brennstoffzellenantrieb ausgerüstet wurde. An der Entwicklung waren neben dem DLR-Institut für Technische Thermodynamik die Unternehmen Lange Aviation, BASF Fuel Cells und Serenergy beteiligt. Es sei das erste von einem Piloten geflogene brennstoffzellenbetriebene Flugzeug, das einen kompletten Flugzyklus, also Start, Flug und Landung, absolvieren könne, so das DLR.

Der Elektroflieger ist 7,4 Meter lang und hat eine Spannweite von 20 Metern. Brennstoffzelle und Wasserstofftank sind in zwei knapp 3 Meter langen, stromlinienförmigen Behältern untergebracht, die unter den dafür eigens verstärkten Tragflächen hängen. Die Brennstoffzelle liefert die Energie für den Antriebsstrang, zu dem Motor, Propeller und eine Leistungselektronik gehören. Die maximale Leistung des Brennstoffzellensystems beträgt etwa 25 kW, die Dauerleistung liegt etwa 5 kW darunter. Das reicht aus, um das Flugzeug auf 170 km/h zu beschleunigen. Die höchste Flughöhe liegt bei über 4 000 Metern.

Die Konstrukteure haben den Antriebsstrang so gestaltet, dass er mit einem großen Spannungsspektrum zurechtkommt. So kann der Motor im Bereich von 188 bis 400 Volt betrieben werden. Dadurch sei es möglich gewesen, die Brennstoffzelle direkt mit dem Antriebsstrang zu koppeln und auf die Spannungsstabilisierung zu verzichten. Die eingesparten Komponenten machen das Flugzeug leichter und günstiger.

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