Teure Prüfverfahren
Schwierige Suche nach lukrativen Steinbrüchen

Die Kalksteinvorräte der deutschen Tagebaue reichen noch für die nächsten 60 Jahre. Bei der Suche nach neuen Lagerstätten setzen die Hersteller GPS-Technik ein - doch dabei stoßen sie auf den Widerstand von Naturschützern und Anwohnern.

DÜSSELDORF. Beim Sichern künftiger Kalkressourcen ist Weitsicht gefragt: Zwar reichen die Kalksteinvorräte der jetzigen deutschen Tagebaue noch für die nächsten 60 Jahre, schätzt man beim Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie. Doch langfristig sind neue Kalksteinbrüche erforderlich – und die Wahl des richtigen Standorts ist eine knifflige Aufgabe.

Zwar nimmt Kalkstein immerhin rund fünf Prozent der Erdoberfläche ein – aber er lässt sich längst nicht überall abbauen. Mitunter ist das Gestein nicht rein oder gut genug, so dass an mancher erst viel versprechenden Lagerstätte später doch kein florierender Tagebau entsteht. Außerdem: Es gehe nicht immer nur um geologische Erwägungen, sagt Martin Ogilvie, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Kalkindustrie: „Aufwendige Untersuchungen des Gesteins sowie die Interessen der Anwohner und Umweltbehörden ziehen den Prozess von der Erkundung einer Lagerstätte bis zum ersten Kalksteinabbau oft in die Länge. In der Regel vergehen 15 Jahre“, so Ogilvie.

Dabei ist es nicht das Problem, die Lagerstätten ausfindig zu machen. „Die meisten sind bekannt“, sagt Ogilvie, „wir müssen aber frühzeitig erkennen, welche von ihnen sich qualitativ und räumlich am besten für einen Tagebau eignen.“ Denn sind erst Gutachten eingeholt und aufwendige Prüfverfahren abgewickelt, dann sind auch Kosten entstanden.

Um möglichst früh, möglichst viel über die Lagerstätten zu wissen, setzt die Kalkindustrie auch Satelliten. Die GPS-Technologie hilft bei der Erkundung und Beurteilung einer potenziellen Abbaustätte. Bei der Festlegung von Bohrpunkten ersetzt sie zudem teure Vermessungen. Mit den geologischen Landesämtern wird so eine Bodenschatzkarte erstellt. Doch erst die folgenden Probebohrungen geben Aufschluss über die Qualität und die Ergiebigkeit des Kalksteinvorkommens.

„Die Erschließung der Lagerstätten hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht“, so Ogilvie. Damit die Kalkindustrie weiterhin auf dem neuesten Stand bleibt, verstärkt sie seit einiger Zeit die Kooperationen mit Universitäten an. Deren Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die reichhaltigsten Lagerstätten ausfindig zu machen – und so die Effektivität des Tagebaus zu verbessern. Mit Erfolg: „Die Löcher, die durch Tagebaue entstehen, sind deutlich kleiner geworden. Wir können heute zielgenauer abbauen. Auch so werden Ressourcen geschont“, sagt Ogilvie.

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