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Gründlich und offen

Föderalismus, Wohlfahrtsstaat, Tarifautonomie, Mitbestimmung - wann und wo immer in der Republik diese alten Fässer neu aufgemacht werden, waren die Kölner Gesellschaftsforscher längst da. Ein bisschen so wie im Märchen vom Hasen und dem Igel.

KÖLN. Mit den Schwierigkeiten des Föderalismus, der "Mehrebenen-Politik" in Deutschland und Europa, hat sich der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, Fritz W. Scharpf, jahrzehntelang auseinander gesetzt. Tarifautonomie und Mitbestimmung sind Forschungsfelder des derzeitigen Direktors, Professor Wolfgang Streeck. Er ist zurzeit Mitglied der Kommission zur "Modernisierung der deutschen Unternehmensmitbestimmung", die noch von Kanzler Gerhard Schröder installiert wurde, im Koalitionsvertrag bestätigt wurde und die Ende des Jahres Ergebnisse veröffentlichen will.

Streeck und sein Mit-Direktor Jens Beckert repräsentieren die Öffnung des Instituts für ein breit gefächertes (Fach-)Publikum. Das MPIfG bietet neuerdings etwa eine "Journalist in Residence Fellowship" an - ein Förderprogramm für Medienmenschen.

Oder: am 9. Februar eine Vortragsreihe "Die sozialen Grundlagen der Märkte" , in der es aktuell um "Vertrauen für Märkte" ging, um Patentschutz oder um die "Bedeutsamkeit der ökonomischen Theorie für die Ermöglichung von Märkten". Mal kommen Juristen zu Wort, mal Ökonomen, mal Politik- oder Sozialwissenschaftler - eine Mischung, die auch die Zusammensetzung des Instituts widerspiegelt.

Das "Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung" ist zwar, schon von Rechts wegen, der Grundlagenforschung und der Theoriebildung verpflichtet - aber das bedeutet nicht, im wissenschaftlich Wolkigen oder Ungefähren zu verharren. Deshalb beschreibt Direktor Streeck die Arbeit des Max-Planck-Instituts als "anwendungsoffene Grundlagenforschung". Wer will, kann sich bedienen, aber Aufträge werden so gut wie nicht angenommen. Allenfalls zwischen fünf und zehn Prozent sind "Drittmittel" im 3,5-Millionen-Budget des Instituts.

Im Vergleich zu naturwissenschaftlich ausgerichteten Max-Planck-Instituten ist das Kölner Institut eher klein - aber die internationale Reputation ist beträchtlich, wofür auch Austauschprogramme mit den Top-Unis in Harvard, Chicago und Paris sprechen.

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