Tiangong-1
Chinas Himmelspalast lässt den Westen staunen

Die USA mottet ihre Spaceshuttle-Flotte ein, Europa kommt mit ihrem Galileo-Satteliten-Programm kaum voran. Die Chinesen hingegen zeigen Stärke und bereiten einer eigenen Raumstation den Weg.

MünchenChina hat den Grundstein für eine eigene Raumstation gelegt. Eine Rakete vom Typ „Langer Marsch 2FT1“ hob am Donnerstag vom Raumfahrtzentrum in Jiuquan in Nordwestchina ab. An Bord:  Das 8,5 Tonnen schwere Modul „Tiangong 1“, übersetzt „Himmelspalast“. Es soll Andockmanöver und Tests für die Entwicklung einer dauerhaften chinesischen Präsenz im All ermöglichen.

Der "Himmelspalast" soll noch in diesem Jahr in der Erdumlaufbahn mit einem zweiten Modul gekoppelt werden. Anfang November wird dazu das unbemannte Raumschiff „Shenzhou 8“ ins All zu fliegen.

Das geplante Rendezvous im Weltraum ist ein Triumph für China - und eine Demütigung für die USA. Denn die bisherige Supermacht im Weltraum kann seit der Landung des letzten Spaceshuttles am 21. Juli selbst keine Menschen mehr ins All befördern. China plant hingegen im großen Stil: In spätestens zehn Jahren will Peking eine bemannte Raumstation im Orbit haben.

China ist besessen vom Weltraum

Seit dem Start des ersten "Taikonauten" im Jahr 2003 ist nicht nur die chinesische Öffentlichkeit besessen vom Weltraum. Partei und Armee stecken Milliarden in das Prestigeunternehmen Raumfahrt. Die Erfolge sind verblüffend: 2008 unternahm der erste Chinese einen Spaziergang im All, wenig später gelang ein automatisches Rendezvous zwischen zwei Satelliten in der Erdumlaufbahn. "Das jetzt geplante Koppelungsmanöver ist ein weiterer Meilenstein für die Ambitionen der Chinesen, eine führende Position in der Weltraumfahrt einzunehmen", urteilt der Kölner Weltraumrechtsexperte Ingo Baumann.

In den USA und in Europa lösen die chinesischen Pläne Bewunderung, aber auch Ängste aus. Zumal die USA in der bemannten Raumfahrt derzeit eine Krise erleben: Noch mindestens vier Jahre muss die Nasa auf russische Sojus-Raketen ausweichen, um Astronauten auf die ISS zu schicken. Seit Monaten tobt in den USA eine Debatte, ob Washington den Chinesen eine Beteiligung an möglichen Missionen zum Mond oder zum Mars anbieten soll, auch weil sich Amerika solche Abenteuer alleine nicht mehr leisten kann. Nasa-Chef Charles Bolden reiste eigens nach Peking, bislang ohne konkrete Ergebnisse.

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