Tiefsee
Konzerne rüsten sich für den Tauchgang

Nicht nur Schiffskonzerne rüsten sich für den maritimen Bergbau. Auch Mischkonzerne wie Siemens versprechen sich ein großes Geschäft. Erste Großprojekte stehen bereits in den Auftragsbüchern.

München/ FrankfurtDie Stimmung unter den deutschen Schiffsbauern ist im Jahr drei nach der Rezession noch immer schlecht. Neue Aufträge sind rar, einige Werften müssen gegen die Pleite ankämpfen. Um nicht auf der Verliererseite zu stehen, suchen sich Zuliefererbetriebe neue Kunden in Asien. Ein riesiger Wissensabfluss droht damit.

Die Rettung für die Branche soll nun der Bau von Spezialschiffen bringen. Fahrzeuge für den Bau von Offshore-Windparks oder die Verlegung von Ölpipelines versprechen ein gutes Geschäft zu werden. Der richtig große Wurf soll aber die Fertigung von speziellen Schiffen werden, mit denen Rohstoffe aus den Tiefen des Meeres an die Oberfläche befördert werden können.

Diese Schiffe sind voll mit kompliziertester Technik - denn die Aufgabe ist anspruchsvoll. Selbst bei rauer See müssen die Schiffe Position halten können, damit die Verbindung mit der Fördereinheit am Meeresboden nicht verlorengeht.

Diese Techniken werden bislang kommerziell nicht eingesetzt, die Erschließung von Bodenschätzen auf dem Meeresgrund steckt noch in den Anfängen. "Die einzelnen Komponenten gibt es bereits, jetzt müssen sie zusammengeführt werden", sagte Christian Reichert von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Sicher ist heute aber schon, dass jede Störung im Betriebsablauf viel Geld kosten wird. Nach Einschätzung eines Branchenkenners wird ein Förderschiff auf hoher See jeden Tag mehrere Zehntausend Euro kosten. Mit ihrem Image als innovative Konstrukteure sehen sich die deutschen Werften im Vorteil. "Wir sind bei Spezialschiffen sehr gut aufgestellt", heißt es beim Branchenverband VSM. Die Industrie verspreche sich von der Erschließung der Tiefsee-Rohstofffelder ein lohnendes Geschäft. Bauen können diese speziellen Fahrzeuge die Schiffsbauer J.J. Sietas aus Hamburg sowie die ostdeutschen Nordic Yards und P+S Werften. Als Zulieferer werden in der Branche J.H.K Anlagenbau, Atlas Elektronik und Sam Electronics genannt.

Aber auch Schwergewichte wie Siemens tauchen ab. Der Technologiekonzern will "mittelfristig der führende Anbieter von Stromversorgung auf dem Meeresboden werden", kündigt Siemens-Manager Tom Blades an. Die Münchener entwickeln ein Konzept, künftig ganze Untersee-Fabriken in 3000 Meter Tiefe mit Starkstrom zu versorgen.

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