Forschung + Innovation
Tier-Gene wappnen Tomaten gegen Virus und Kälte

US-Forscher haben Tomaten zwei Tier-Gene eingepflanzt und sie damit gegen Kälte und ein gefährliches Virus gewappnet. Die Erbanlagen bcl-xL und ced-9 schützen die Pflanzen vor dem für sie tödliche Gurkenmosaikvirus.

dpa WASHINGTON. US-Forscher haben Tomaten zwei Tier-Gene eingepflanzt und sie damit gegen Kälte und ein gefährliches Virus gewappnet. Die Erbanlagen bcl-xL und ced-9 schützen die Pflanzen vor dem für sie tödliche Gurkenmosaikvirus.

Das berichteten Forscher der Noble-Stiftung in Ardmore (US-Staat Oklahoma) in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Bd. 101, S. 15 805) vom Dienstag. Dieses Virus infiziert mehr als 1 200 Pflanzenarten - mehr als irgendein anderer Erreger in der Pflanzenwelt.

Das Team um Marilyn Roossinck baute auf die Erkenntnis früherer Studien, dass der Erreger den programmierten Zelltod auslöst, auch Apoptose genannt. Er kann ganze Tomatenfelder vernichten. Die US- Forscher wählten zwei Gene aus dem Tierreich, die den programmierten Zelltod bremsen, und schleusten jeweils eines der beiden Gene in die Tomatenpflanzen. Dabei zeigte sich, dass der Schutz der Tomaten vor dem Erreger mit der zunehmenden Eiweißproduktion der Gene wuchs.

Der genetische Trick konnte das gefährliche Virus zwar nicht eliminieren, hielt ihn aber so weit in Schach, dass es der Pflanze keinen Schaden mehr zufügen konnte. Gleichzeitig wappnete es die Tomatenpflanze gegen einen anderen „Feind“, die Kälte.

Das Ergebnis sei zumindest in zweifacher Hinsicht bemerkenswert, schreiben die Autoren. Zum einen dürfte es Bauern und Hobby-Gärtnern helfen, ihre Tomatenernte zu verbessern. Darüber hinaus könnte es vergleichbare Versuche bei anderen Pflanzenarten initiieren, die ebenfalls vom Gurkenmosaikvirus bedroht ist. Generell demonstriert die Untersuchung nach Meinung von Roossinck und Kollegen, dass einige Gene von der Evolution her sowohl im Pflanzen- als auch im Tierreich eine wichtige Rolle spielen.

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