Forschung + Innovation
Tierärzte: Impfungen können Vogelgrippe nicht verhindern

Tierärzte sehen derzeit kaum Möglichkeiten, das Federvieh in Deutschland mit Impfungen gegen die Vogelgrippe zu schützen. „Impfungen kommen nur dann in Frage, wenn es gelingt, nach einer Identifizierung des Erregers in nur wenigen Tagen den passenden Impfstoff in ausreichender Menge zu produzieren“.

dpa BREMEN. Tierärzte sehen derzeit kaum Möglichkeiten, das Federvieh in Deutschland mit Impfungen gegen die Vogelgrippe zu schützen. „Impfungen kommen nur dann in Frage, wenn es gelingt, nach einer Identifizierung des Erregers in nur wenigen Tagen den passenden Impfstoff in ausreichender Menge zu produzieren“.

Das sagte der Vizepräsident des Verbandes praktizierender Tierärzte (vpt), Rainer Schneichel, in einem dpa-Gespräch. Dazu sei die Pharma-Industrie derzeit noch nicht in der Lage. „Ein wesentliches Hindernis ist die hohe Zahl von Variationsmöglichkeiten des Geflügelpest-Erregers. Zwei Grundtypen mit insgesamt 27 Varianten können dabei rund 1 000 Kombinationen bilden“, sagte Schneichel.

Reformbedarf sieht der Verband bei der Impfpolitik insgesamt. „Die Bundesregierung propagiert den Grundsatz "Impfen statt Keulen". Das ist aus unserer Sicht auch aus Gründen des Tierschutzes richtig“, sagte Schneichel. „Die Umsetzung leidet jedoch darunter, dass das Fleisch geimpfter Tiere international nicht vermarktungsfähig ist, obwohl es für den Verbraucher keine Gefahr bedeutet. Daher sollte die Welthandelsorganisation WTO die strikten Regeln in diesem Punkt lockern.“

Unterdessen ist die Zahl der Todesopfer durch die Vogelgrippe in Indonesien auf sechs gestiegen. Zuletzt erlag eine 27-jährige Frau dem aggressiven Virus H5n1, wie die Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten. Darüberhinaus bestätigten Untersuchungen, dass auch ein in der vergangenen Woche gestorbenes, fünfjähriges Mädchen mit dem Erreger infiziert war. Unterdessen stieg die Zahl der Patienten mit Verdacht auf Vogelgrippe auf 42.

Der Geflügelpest erlagen seit ihrem Ausbruch Ende 2003 in Südostasien mehr als 60 Menschen. Am stärksten betroffen ist Vietnam, wo es mehr als 40 Todesopfer gab. Indonesien wurde im Juli das vierte asiatische Land, in dem Menschen an dem Erreger starben. Daneben gab es auch in Thailand und Kambodscha Todesfälle.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%