Tiere
Erstmals gezüchteter Panda in Wildnis entlassen

Erstmals ist in China ein Riesenpanda, der in Gefangenschaft aufgewachsen ist, in die Wildnis entlassen worden. Wissenschaftler brachten den vier Jahre alten „Xiang Xiang“ am Freitag in eine entlegene Bergregion in der südwestchinesischen Provinz Sichuan.

dpa PEKING. Erstmals ist in China ein Riesenpanda, der in Gefangenschaft aufgewachsen ist, in die Wildnis entlassen worden. Wissenschaftler brachten den vier Jahre alten „Xiang Xiang“ am Freitag in eine entlegene Bergregion in der südwestchinesischen Provinz Sichuan.

Das berichteten Mitarbeiter des Forschungs- und Schutzzentrums im Wolong Reservat der dpa. Die Erfahrungen des mit einem Sender für das Globale Positionierungssystem (GPS) ausgestatteten „Pioniers“ sollen den Wissenschaftlern helfen, wie sich künstlich aufgezogene Pandas in der freien Wildbahn anpassen.

„Xiang Xiang“, was übersetzt so viel wie „Glück verheißend“ bedeutet, war im August 2001 nach einer künstlichen Befruchtung seiner Mutter auf die Welt gekommen, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Vor drei Jahren wurde das Männchen für seine Aufgabe ausgesucht. In einem simulierten „natürlichen“ Lebensraum lernte der Panda nach Futter zu suchen, sein Territorium zu markieren, sich zu verteidigen und zu beißen, wie es seine wilden Kollegen tun würden. Der 80 Kilogramm schwere Bär wurde auf dem Höhepunkt der Bambussaison ausgesetzt, um es ihm zu erleichtern, die nötigen Bambussprossen als Nahrung zu finden.

Riesenpandas, die in Gefangenschaft aufwachsen, haben weniger natürliche Instinkte oder sind oft unwillig, sich zu paaren. Nur 24 Prozent der in Zoos oder Reservaten aufwachsenden Panda-Weibchen bringen Junge zur Welt. Der World Wide Fund for Nature (WWF) mahnte, das wichtigste sei, den Lebensraum der bedrohten Tierart zu schützen. „Selbst wenn in Gefangenschaft gezüchtete Pandas erfolgreich in der Wildnis ausgesetzt werden, glaubt der WWF nicht, dass die Zucht allein eine wirksame Schutzmaßnahme ist, um die Riesenpandas zu retten“, sagte der WWF-China-Repräsentant, Dermot O'Gorman. Die Zucht sei sehr teuer sowie riskant und sollte nur ein letztes Mittel sein.

Mehr als 180 Pandas leben nach offiziellen chinesischen Angaben in Gefangenschaft und 1 590 in der freien Wildbahn, meist in den Bergen von Sichuan. Die Bären sind vor allem durch die Umwandlung von Wäldern zu landwirtschaftlichen Nutzflächen, das Sammeln von Kräutern, die Bambusernte, Wilderei sowie Entwicklungsprojekte wie Straßen- und Dammbau sowie durch den Bergbau gefährdet.

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