Tiere
Junk Food macht Kaliforniens Schwarzbären dick

Schwarzbären in Kalifornien, die menschliche Nahrungsmittel als Futterquelle nutzen, sind nach Angaben von Naturbehörden an Zahl und Umfang gewachsen.

dpa SAN FRANCISCO. Schwarzbären in Kalifornien, die menschliche Nahrungsmittel als Futterquelle nutzen, sind nach Angaben von Naturbehörden an Zahl und Umfang gewachsen. „Bärenweibchen mit Zugang zu Junk Food sind früher geschlechtsreif und haben mehr Nachwuchs“, sagte David Graber von National Park Service in Kalifornien der dpa.

Die Tiere würde zudem mehr Gewicht ansetzen. Nach Schätzungen der Behörde für Fish und Wild ist die Zahl der Schwarzbären in dem Westküstenstaat seit Mitte der achtziger Jahre von rund 4 000 auf heute über 33 200 Tiere angewachsen. Graber zufolge haben sich in den letzten Jahren mehr Bären in den küstennahen Wäldern zwischen San Francisco und San Diego niedergelassen, dem früheren Revier der inzwischen aus Kalifornien verdrängten Grizzly-Bären.

Während Schwarzbären nur selten Menschen angreifen, so zahlen die Raubtiere häufig den Preis für den engen Kontakt mit Menschen und Abfall am Rande von Siedlungen. Wildhüter im Yosemite-Naturpark töten aggressive Bären, die sich zu sehr an die Menschennahrung gewöhnt haben. Im Küstenort Carmel musste ein junger Schwarzbär seinen „Ausflug“ in die Kleinstadt mit dem Leben bezahlen. Mit Beruhigungsspritzen sollte das Tier von einem Baum, auf den es sich geflüchtet hatte, heruntergeholt werden. Doch der betäubte Bär verlor den Halt, stürzte 20 Meter tief auf den Bürgersteig und starb.

Immer häufiger werden Bären in Siedlungen an der US-Westküste beobachtet, wie sie Mülltonnen umwerfen, in Swimmingpools baden und durch Gärten spazieren. Als „sehr intelligente“ Tiere würden sie schnell lernen, leicht zugängliche Nahrungsquellen zu finden, meint Graber. „Ein Bär würde eher ein Kilo Hamburger mit viel Protein und Kalorien verschlingen als zwei Stunden Beeren sammeln“. Als vorbeugende Maßnahme appellieren die Naturschützer an Einwohner und Reisende, Lebensmittel und Abfall „bärensicher“ aufzubewahren.

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