Tiere
Weide-Kühe produzieren im Winter mehr Methan als Stalltiere

Auf Weiden gehaltene Kühe produzieren im Winter mehr Methangas als im Stall lebende Rinder und verstärken so den Treibhauseffekt.

dpa MüNCHEN. Auf Weiden gehaltene Kühe produzieren im Winter mehr Methangas als im Stall lebende Rinder und verstärken so den Treibhauseffekt.

Zu diesem Ergebnis ist ein Team aus Forschern gekommen, das aus deutschen Wissenschaftlern des Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit (GSF) in Neuherberg bei München und deren tschechischen Kollegen von der Akademie der Wissenschaften in Budweis besteht. Das Ergebnis sei vor allem im Hinblick auf den Ökolandbau interessant, sagte der Leiter der Studie, Michael Schloter vom GSF-Institut für Bodenökologie, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa. Aus Gründen des Tierschutzes werde die Überwinterung von Rindern im Freien zunehmend populärer.

Schloters Team entdeckte, dass Weide-Kühe im Winter nicht nur - wie ihre im Stall untergebrachten Artgenossen - bei der Verdauung Methangas ausstoßen. Sie kurbeln zusätzlich die Methanproduktion im Weideboden an, indem sich methanbildende Mikroorganismen aus dem Magen-Darm-Trakt der Tiere auf der Erde ansiedeln und dort die Bildung des Treibhausgases fortsetzen.

Auf den Winterweiden finden die Mikroorganismen nach Worten von Schloter ideale Voraussetzungen für eine Ansiedelung. Anders als auf Sommerweiden, auf denen sich die Tiere gleichmäßig verteilen, hielten sich die Kühe auf den Winterweiden bevorzugt in der Nähe des Futterhauses auf. Der Boden in diesem Bereich der Weide sei stark abgenutzt. Außerdem erhalte der Boden Dünger aus den Exkrementen der Kühe. In diesen Bereichen der Winterweiden konnten die Forscher im Vergleich zu Weideflächen, auf denen keine Rinder gehalten worden waren, eine fast tausendfach höhere Methanemission messen.

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