Tierischer Überlebenskünstler Nacktmull überlebt 18 Minuten ohne Sauerstoff

Der Nacktmull ist nicht gerade eine Schönheit, dafür besitzt er aber erstaunliche Überlebensfähigkeiten. Forscher haben bei den Nagetieren nun eine neue Eigenschaft entdeckt, die auch Menschen helfen könnte.
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Nacktmulle verfügen über erstaunliche Überlebensfähigkeiten Quelle: dpa
Hässlicher Überlebenskünstler

Nacktmulle verfügen über erstaunliche Überlebensfähigkeiten

(Foto: dpa)

BerlinNacktmulle können bis zu 18 Minuten ganz ohne Sauerstoff überleben. Extremen Sauerstoffmangel überstehen die Tiere sogar mehrere Stunden, wie Forscher im Fachblatt „Science“ berichten. Ihr Trick: Sie stellen ihren Stoffwechsel um. Fehlt den Tieren der Sauerstoff, um lebenswichtige Organe wie Herz und Gehirn mittels Glukose am Laufen zu halten, nutzen sie stattdessen Fruchtzucker.

Die Arbeit sei der erste Nachweis für einen solchen Vorgang bei einem Säugetier, so Gary Lewin vom Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Die Wissenschaftler werten die Eigenschaft als Anpassung der nahezu unbehaarten Nagetiere an das Leben in unterirdischen Höhlen in der ostafrikanischen Wüste.

Diese Lebewesen gibt es seit Urzeiten
Perlboote
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Seit 500 Millionen Jahren existieren die sogenannten Nautiliden auf der Erde. Sie gehören zu den ursprünglichsten Formen der Kopffüßer, die auch die Kraken und Tintenfische umfassen. Fossilienfunde deuten an, dass die Nautiliden vor 450 Millionen sehr vielfältig waren. Davon sind heute noch sechs Arten übrig, zu denen diese sogenannten Perlboote gehört. Leider sind alle sechs Arten akut bedroht. Die gewundenen Schalen, in denen sie durchs Meer schwimmen, sind als Souvenirs sehr begehrt.

Quastenflosser
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Der Klassiker unter den lebenden Fossilien ist sicherlich der Quastenflosser. Die ersten Fossilien eines Quastenflosser-artigen Fischs finden sich im Devon vor 400 Millionen Jahren, die bislang letzten stammen aus dem Jura vor 70 Millionen Jahren. Dazwischen klaffte eine Lücke bis zum ersten Drittel des letzten Jahrhunderts. Erst 1938 konnte nachgewiesen werden, dass Quastenflosser keineswegs ausgestorben sind. Heute kennt man zwei lebende Arten, sie besiedeln Meeresregionen vor Südafrika und der indonesischen Insel Sulawesi.

Stör
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Seit mindestens 200 Millionen Jahren wandern die Störe zwischen ihren Laichplätzen in schnell fließenden Flussabschnitten mit Kiesbänken und den trägeren Unterläufen beziehungsweise dem Meer mit reichhaltigerem Nahrungsangebot. Heute stellt sie das vor Probleme, denn Stauwehre und andere Verbauungen verwehren die Passage oder zerstören wichtige Laichgründe. In Teilen ihres Verbreitungsgebiets werden die urtümlichen Knochenfische auch intensiv befischt, weil aus ihnen der begehrte Kaviar geholt wird.

Hoatzin
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Im Amazonasbecken lebt ein Vogel wie kein anderer: Der Hoatzin frisst überwiegend Blätter und verdaut sie nicht im Magen, sondern im Kropf und der unteren Speiseröhre, was eher an Kühe als an Federvieh erinnert. Und wenn Jungvögel der Art aus dem Nest fallen, klettern sie mit ihren Krallen an den Flügeln wieder zurück – was an beispielsweise an den Urvogel Archaeopteryx erinnert, der ebenfalls diese Krallen besaß. Genanalysen deuten an, dass die Hoatzine die letzten Überlebenden einer Linie sind, die sich vor 64 Millionen Jahren kurz nach dem Ende der Dinosaurier von anderen Vogelfamilien abspaltete.

(Foto: Linda De Volder/CC BY-SA 3.0)

Araukarien
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Araukarien sind Relikte des ehemaligen Großkontinents Gondwana, der im frühen Jura 184 Millionen Jahren zu zerbrechen begann: Aus dem riesigen Erdteil gingen letztlich Südamerika, Afrika, die Antarktis, Indien und Australien hervor. Verschiedene Tier- und Pflanzenfamilien bezeugen den einstigen Zusammenhang, darunter auch die Araukarien. Sie weisen ein so genanntes disjunktes Verbreitungsgebiet auf, also eine starke räumliche Trennung, die nicht auf natürlichem Weg überwunden werden kann. Araukarien-Arten finden sich etwa im südlichen Südamerika, in Neuseeland und in Neukaledonien, wo sie große Wälder bilden. Ihr Holz ist sehr begehrt.(Foto: Wikipedia/gemeinfrei)

Schnabeltier
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Schnabeltiere säugen zwar ihre Jungen mit Milch, tragen ein Fell und besitzen die drei für Säugetiere typischen Gehörknöchelchen. Andererseits bringen sie keine lebenden Jungen zur Welt, sondern legen Eier, die zehn Tage lang ausgebrütet werden. Die Eier gleichen dabei eher jenen von Reptilien und nicht denen von Vögeln. Die Männchen besitzen zudem giftige Hornstachel an beiden Hinterfußgelenken. Das Gift ist für Menschen nicht tödlich, verursacht aber unerträgliche Schmerzen, die man auch mit starken Schmerzmitteln kaum in den Griff bekommt und die teilweise über Monate anhalten können.

(Foto: Peter Scheunis/CC BY 1.0)

Baumfarne
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Zu ihrer Hochzeit während des Juras bestanden ganze Wälder aus Baumfarnen. Bis zu 30 Meter hoch wuchsen einzelne Arten, zwischen denen Dinosaurier wandelten. An ihrem Aussehen hat sich bis heute wenig geändert, und sie sind immer noch ein gängiger Anblick in Bergregenwäldern der Tropen und Subtropen. Sie benötigen jedoch möglichst immerfeuchte Bedingungen und sterben durch Frost rasch ab. (Foto: dpa)

Weil bis zu 280 von ihnen zusammenleben und sich die Tiere oft kilometerweit zu Wurzeln von Wüstenpflanzen graben, müssen sie stickige Luft ertragen können. Wie ihnen das gelingt, wollten die Forscher um Studienleiter Thomas Park von der Universität Illinois in Chicago nun genau wissen.

Sie setzten die Tiere zunächst Luft mit einem sehr geringen Sauerstoffgehalt von nur fünf Prozent aus. Während Mäuse dabei in weniger als 15 Minuten starben, hielten es Nacktmulle fünf Stunden ohne ersichtliche Probleme aus, berichten die Forscher.

Menschen brauchen mindestens zehn Prozent Sauerstoff in der Atemluft, um etwa Gehirnzellen mit Energie versorgen zu können. Der Sauerstoff dient dazu, Glukose aus der Nahrung zu verstoffwechseln und so Energie für die Organe des Körpers bereitzustellen.

Selbst wenn die Forscher den Nacktmullen den Sauerstoff ganz entzogen, erwiesen diese sich als hartnäckige Überlebenskünstler: Sie schafften es bis zu 18 Minuten, am Leben zu bleiben.

Die Nacktmulle verloren dabei das Bewusstsein und ihr Puls verringerte sich stark von 200 auf 50 Herzschläge pro Minute, sie fielen in einen winterschlafähnlichen Zustand. Sobald wieder sauerstoffhaltige Luft an ihre Nasen gelangte, wachten sie wieder auf und gingen unbeschadet ihrer Wege, schreiben die Wissenschaftler.

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