Forschung + Innovation
Titan-Sonde „Huygens“ abgekoppelt

Die europäische Sonde „Huygens“ ist im Landeanflug auf den geheimnisvollen und größten Saturn-Mond Titan. Die Sonde sei am Morgen erfolgreich von dem amerikanischen Mutterschiff „Cassini“ abgekoppelt worden, teilte die Europäische Weltraumorganisation (Esa) am Samstag in Paris mit.

dpa PARIS. Nach diesem entscheidenden Manöver der spektakulären Raumfahrtmission soll die europäische Sonde Mitte Januar in die Atmosphäre des Saturn-Trabanten eintreten und bis zum Aufprall Daten sammeln und Fotos schießen. Reichen die Batterien, dann liefert „Huygens“ auch nach der Landung Daten von der Oberfläche des einzigen Mondes in unserem Sonnensystem, der eine Atmosphäre hat.

Die Abtrennung nach siebenjähriger Reise durch das Weltall erfolgte nach Esa-Angaben um 3.00 Uhr MEZ durch die Zündung von Sprengladungen, die einen „Huygens“ ausklinkenden Mechanismus auslösten. Minuten später hatte sich „Cassini“ wieder der Erde zugewandt und ein Signal von dem geglückten Manöver geschickt.

Dieses Signal brauchte wegen der Entfernung von etwa 1,2 Mrd. Kilometern zur Erde eine Stunde und acht Minuten bis zum Bodenstationsnetz der Nasa. „Cassini“ muss am 28. Dezember seinen Kurs erneut korrigieren, um nicht auf dem Saturn-Mond aufzuschlagen.

„Das ist ein weiterer Meilenstein der Mission“, freute sich Esa- Wissenschaftsdirektor David Southwood. „All unsere Hoffnungen und Erwartungen richten sich jetzt auf die ersten Daten aus einer neuen Welt, von deren Erforschung wir seit Jahrzehnten geträumt haben.“

Wenn alles nach Plan verläuft, taucht „Huygens“ am 14. Januar gegen 16.00 Uhr MEZ in einem steilen Winkel von 65 Grad und mit einer Geschwindigkeit von sechs Kilometern in der Sekunde in die Atmosphäre des Saturn-Mondes ein und landet. „Cassini“ wendet seine Hauptantenne dann der Erde zu und überspielt die von „Huygens“ übermittelten Daten aus der unbekannten Welt des Titan zur Erde.

„Huygens“ wurde bereits vor Tagen für seine Reise programmiert und wird bis zu seiner Ankunft auf „Titan“ im “Tiefschlaf“ verbleiben. „Wir haben heute nur zugeschaut und mehr bleibt uns auch in den kommenden Tagen nicht“, sagte Michael Khan, Missionsanalyst bei der Europäischen Raumfahrtkontrollstation Esoc in Darmstadt.

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn hat den Beginn der Landephase als einen bedeutenden Erfolg der europäischen Raumfahrt gewürdigt. „Die Mission soll uns neue Erkenntnisse über die Entstehung der Erde liefern“, sagte die Ministerin in Berlin.

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