Forschung + Innovation
„Toter“ Stern erzeugt kosmisches Feuerwerk

Ein vor Jahrhunderten explodierter Stern hat sich mit einem spektakulären Feuerwerk zurückgemeldet. Das haben Wissenschaftler des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Astronomie und Kollegen in den USA mit Hilfe des Weltraumteleskops „Spitzer“ entdeckt.

dpa HEIDELBERG/WASHINGTON. Ein vor Jahrhunderten explodierter Stern hat sich mit einem spektakulären Feuerwerk zurückgemeldet. Das haben Wissenschaftler des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Astronomie und Kollegen in den USA mit Hilfe des Weltraumteleskops „Spitzer“ entdeckt.

Das berichten sie in einer Online-Veröffentlichung des US- Fachjournals „Science“ (DOI: 10.1 126/science.1 112 035) vom Donnerstag. Die Explosion des Sterns, der rund 11 000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, war vor 325 Jahren beobachtet worden. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Die verbliebene „Sternenleiche“ im Sternbild Cassiopeia erschien ungewöhnlich ruhig. „Mit Spitzer haben wir nun entdeckt, dass sich der explodierte Stern gewissermaßen noch immer im Todeskampf befindet und durch starke Strahlungsausbrüche ein letztes spektakuläres Feuerwerk in seiner Umgebung entzündet“, berichtete der Erstautor der Studie, Oliver Krause.

Der Stern hatte vor seiner Explosion nach Angaben des Astronomen Stephan Birkmann etwa 20 bis 30 Mal so viel Masse wie die Sonne, war aber wesentlich heißer. Solche massereichen Sterne enden bereits nach wenigen Mill. Jahren in einer Supernova-Explosion. Die dabei entstehende Helligkeit kann für kurze Zeit eine ganze Galaxie überstrahlen.

Übrig bleiben eine sich ausdehnende Hülle aus Staub und Gas und ein so genannter Neutronenstern, das Skelett des explodierten Sterns. Der Neutronenstern, in dem die Elementarteilchen sehr dicht beieinander liegen, hat nach Birkmanns Angaben nur noch einen Durchmesser von zehn bis 20 Kilometern. Die nun registrierten Strahlungsblitze hätten vermutlich vor nicht viel mehr als 50 Jahren durch Verschiebungen auf der Neutronenstern-Oberfläche begonnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%