Traumberuf Astronaut
Mondsüchtige gesucht

Ein Job mit unbegrenzten Aufstiegschancen: Zum ersten Mal seit 15 Jahren sucht die europäische Weltraumbehörde Esa wieder Nachwuchs für ihr Astronautenteam. Auf die Bewerber wartet ein extrem hartes Auswahlverfahren – an dessen Ende eine einzigartige Chance steht.

DÜSSELDORF. Gesucht wird: Führungspersönlichkeit mit brillanten Qualifikationen, Neigung zur Arbeit in großer Höhe und Bereitschaft zu extremen Ortswechseln. Geboten wird eine abwechselungsreiche Tätigkeit mit ansprechendem Gehalt in einem hoch motivierten Team. Intensive Einarbeitung ist gewährleistet, Arbeitgeber übernimmt Fahrtkosten und stellt Arbeitskleidung. – Es wird vermutlich ein etwas anderer Text sein, mit dem die europäische Weltraumagentur Esa ab Anfang Mai um Nachwuchs für das eigene Astronautenteam wirbt. Doch die Botschaft dürfte die gleiche sein: Wer sich einen der vier neu ausgeschriebenen Plätze im Team sichern möchte, muss zu den Allerbesten seines Fachs gehören. Und er muss bereit sein, sich auf Extreme einzulassen.

Dass hohe Anforderungen der Attraktivität des Astronautenberufs nichts anhaben können, hat die letzte Stellenausschreibung vor 15 Jahren gezeigt: 20 000 Bewerber waren es seinerzeit. „Und das war vor dem großen Internet-Boom“, sagt Frank Danesy, als Chef der ESOC Personnel Division auch verantwortlich für die jetzt anlaufende Kampagne. Über den Andrang in diesem Jahr will Danesy lieber keine Prognose wagen. Doch es ist ein offenes Geheimnis, dass die Esa-Verantwortlichen mit bis zu 40 000 Bewerbern rechnen. Denn die Perspektiven für Europas Astronauten sind noch faszinierender geworden: Wer diesmal ausgewählt wird, hat gute Chancen, zum Mond zu fliegen.

„Sehr wahrscheinlich wird einer der jetzt auszuwählenden Astronauten der erste Europäer auf dem Mond sein“, sagt Gerhard Thiele, Chef der Astronaut Division am European Astronaut Centre (EAC) in Köln. Der promovierte Physiker war im Jahr 2000 selbst elf Tage lang an Bord des US-Shuttles Endeavour im All und weiß um die Faszination, die vom Weltraum ausgeht: „Jeder, der einmal da gewesen ist, möchte gerne zurück. Auch ich würde sicher nicht Nein sagen, wenn sich mir eine weitere Gelegenheit böte.“

Doch Thiele weiß auch, wie hoch die Hürden sind, die ein Astronautenkandidat überwinden muss: Hochschulabschluss weit über dem Durchschnitt; mehrjährige Berufserfahrung als Wissenschaftler, Ingenieur oder Pilot; Gesundheit und ein hohes Maß an körperlicher Fitness; ein medizinisches Zeugnis zur Flugtauglichkeit – das sind alleine die Voraussetzungen, um überhaupt zum Bewerbungsverfahren zugelassen zu werden.

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