Treibstoffsensor defekt
„Atlantis“-Start erneut verschoben

Ein defekter Treibstoffsensor ist Schuld daran, dass sich die Pechsträhne der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa fortsetzt. Der Start der Raumfähre „Atlantis“ wurde nur 45 Minuten vor Ende des Countdowns am Freitag zum vierten Mal in Folge verschoben.

HB CAPE CANAVERAL/WASHINGTON. Die Raumfähre mit der sechsköpfigen Crew an Bord könne jetzt frühestens an diesem Samstag um 17.15 Uhr MESZ zur Internationalen Raumstation ISS fliegen, sagte Flugdirektor Mike Leinbach am Freitag in Cape Canaveral in Florida. Sollte die „Atlantis“ am Samstag nicht starten können, steckt die Nasa in Zeitnöten. Der nächste Starttermin bei Tageslicht wäre dann erst der 26. Oktober.

Grund für die erneute Verschiebung ist einer von vier Sensoren am Wasserstofftank des Space-Shuttles. Diese Sensoren befinden sich am Boden des rund 47 Meter hohen Außentanks. Sie sorgen dafür, dass die Triebwerke abgeschaltet werden, wenn der Tank leer ist. Falls dies nicht passiert, können an den Triebwerken schwere Schäden entstehen.

Der mit rund zwei Mill. Litern flüssigem Wasser- und Sauerstoff gefüllte Außentank wird nach Nasa-Angaben jetzt entleert und danach erneut gefüllt. Die Raumfähre kann am Samstag starten, wenn alle vier Sensoren nach dem Betanken wieder normal funktionieren oder der gleiche Sensor wieder den selben Fehler anzeigt. Ein ähnliches Problem hatte im Juli vergangenen Jahres zu einer fast zweiwöchigen Verschiebung des Starts der Raumfähre „Discovery“ geführt.

Der Flug der „Atlantis“ ist einer der wichtigsten in der 25- jährigen Shuttle-Geschichte. Die Raumfähre soll ein 17,5 Tonnen schweres Segment mit zwei Sonnensegeln zur ISS bringen. Damit wird sich im Außenposten der Erde die Energieversorgung verdoppeln. Das ist notwendig, damit im kommenden Jahr das europäische Weltraumlabor „Columbus“ und das japanische Modul „Kibo“ an der ISS angedockt und in Betrieb genommen werden können.

Mit der „Atlantis“ will die Nasa nach fast vierjähriger Unterbrechung wieder die regulären Transportflüge zum Ausbau der ISS aufnehmen. Diese Flüge wurden nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ am 1. Februar 2003 aus Sicherheitsgründen gestoppt. Es ist der erste von 15 Shuttle-Flügen, bis die ISS im Jahr 2010 ihre volle Größe erreicht hat und die Raumfähren ausgemustert werden können.

Die Nasa hat den Start der „Atlantis“ bereits drei Mal absagen müssen. Zunächst war das geplante Abheben des Shuttles am 27. August wegen eines Blitzeinschlags an der Startrampe verzögert worden. Dann wurde die Raumfähre aus Furcht vor dem Tropensturm „Ernesto“ vorübergehend sogar von der Startrampe abtransportiert. Der für den vergangenen Mittwoch geplante Start wurde wegen technischer Probleme an der Brennstoffzelle verschoben.

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