Tropenkrankheit: Ursprung von Malaria in Gorillas entdeckt

Tropenkrankheit
Ursprung von Malaria in Gorillas entdeckt

Forscher haben den nächsten Verwandten eines humanen Malariaerregers gefunden. Ihr Verdacht: Der Parasit ist vom Gorilla auf den Menschen übergesprungen.
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HAMBURG. Es ist ein Millenniums-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen. Um genau zu sein, ist es Ziel 6.3: Bis 2015 soll die Ausbreitung von Malaria - und anderen schweren Krankheiten - gestoppt werden. Im besten Fall soll die Zahl der Menschen, die sich jedes Jahr neu infizieren, ab 2015 sinken. Aber ist das noch zu schaffen? 243 Millionen sind nach Angaben der WHO allein 2008 an der Tropenkrankheit erkrankt. Am schwersten betroffen von Malaria ist Afrika. Alle 30 Sekunden stirbt hier ein Kind an den Folgen der lebensgefährlichen Krankheit.

Insgesamt gibt es fünf bekannte Malariaerreger, der ansteckendste und tödlichste unter ihnen ist Plasmodium falciparum. Durch einen Stich überträgt eine befallene Anophelesmücke den Parasiten auf den Menschen. Weimin Liu und seine Kollegen von der Universität von Alabama haben P. falciparum nachgespürt.

Ihre Studie haben sie im Wissensmagazins Nature veröffentlicht. Die Forscher haben 2739 Stuhlproben von wilden Primaten aus Zentralafrika auf Malariaparasiten untersucht und kommen zu folgendem Ergebnis: Der Erreger P. falciparum ist mit großer Wahrscheinlichkeit vom Westlichen Gorilla (Gorilla gorilla) auf den Menschen übergesprungen.

"Bislang nahm man in der Forschung an, dass der nächste Verwandte von Plasmodium falciparum in Schimpansen zu finden sei", sagt Beatrice Hahn, eine Mitautorin der Studie. Als Schimpanse und Mensch sich vor gut fünf bis sieben Millionen Jahren in zwei Arten aufspalteten, gingen auch ihre Malariaerreger getrennte Wege, so die bisherige Annahme. Der eine - P. reichenowi - lebte im Schimpansen fort, der andere - P. falciparum - im Menschen. Doch innerhalb des vergangenen Jahres fanden Mikrobiologen in verschiedenen Affenarten weitere Malariaerreger, die ebenfalls eng mit P. falciparum verwandt sind. "Wir vermuteten, dass der Erreger von der einen Spezies auf die andere übergesprungen ist, etwa vom Gorilla auf den Menschen", erklärt Hahn.

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