Trotz Sojus-Panne
ESA hält an ISS-Mission fest

Seit der Sojus-Panne ist eine Diskussion um die Zukunft der Internationalen Raumstation ISS entbrannt. Auch die europäische Weltraumbehörde ESA sieht die nächste ISS-Mission eines europäischen Astronauten aber nicht in Gefahr.
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KölnTrotz der jüngsten Sojus-Panne plant die Europäische Raumfahrtagentur ESA weiter fest mit der Internationalen Raumstation ISS. Die nächste ESA-Mission mit dem Namen „PromISSe“ sei für Ende des Jahres vorgesehen, teilte die ESA am Montag in Köln mit. „Allerdings haben wir noch keinen bestätigten Starttermin“, sagte der Chef des Europäischen Astronautenzentrums, Thomas Reiter.

Ursprünglich sollte eine Sojus-Rakete den holländischen Astronauten André Kuipers am 30. November ins All bringen. Dass dieser Termin eingehalten werden könne, halte er „für sehr unwahrscheinlich“, sagte Reiter. „Wir müssen erst die Untersuchungen zur Absturzursache abwarten.“

Eine zeitweise Verwaisung der ISS, wie sie von Russland und der USA diskutiert wird, sei eine mögliche Option, wenn die Untersuchung sich länger hinziehe, sagte Reiter. „Wir sind sicher, dass die ISS auch für eine Zeit unbemannt betrieben werden könnte.“ Allerdings wollten alle Weltraumpartner versuchen, dies zu vermeiden. „Sollte das aber erforderlich sein, dann geht die Station deshalb nicht verloren“, betonte Reiter. „Das wäre nicht der Anfang vom Ende der ISS.“

Eine vorzeitige völlige Aufgabe der ISS stehe zumindest bei den Raumfahrtagenturen nicht zur Debatte: „Dafür haben alle zu viel Geld investiert.“ Vor knapp zwei Wochen war ein unbemanntes russisches Versorgungsraumschiff nach der Fehlzündung einer Sojus-Trägerrakete abgestürzt. Die als verlässlich geltende Sojus-Technik ist nach dem Aus für die US-Space-Shuttles die einzige Möglichkeit, um Menschen zur Internationalen Raumstation zu bringen.

Der 52 Jahre alte Kuipers soll nach seinem Start 169 Tage auf der ISS bleiben und dort mit den anderen Besatzungsmitgliedern wissenschaftliche Experimente durchführen. Nach ESA-Angaben ist „PromISSe“ die erste Langzeit-Mission für einen europäischen Astronauten seit Ende des US-amerikanischen Shuttle-Programms im Juli. Zusammen mit Kuipers sollen ein russischer Kosmonaut und ein Nasa-Astronaut zur ISS befördert werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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