„Trouble für Hubble“: Nasa gibt das Weltraumteleskop auf

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„Trouble für Hubble“: Nasa gibt das Weltraumteleskop auf

Die US-Weltraumbehörde Nasa wird ihr alterndes Weltraumteleskop „Hubble“ nicht retten und außerdem weitere Raumfahrtprogramme kürzen oder auf Eis legen. Das geht aus dem am Dienstag in Washington vorgestellten Haushaltsentwurf der Nasa für das Jahr 2006 hervor.

dpa WASHINGTON. Die US-Weltraumbehörde Nasa wird ihr alterndes Weltraumteleskop „Hubble“ nicht retten und außerdem weitere Raumfahrtprogramme kürzen oder auf Eis legen. Das geht aus dem am Dienstag in Washington vorgestellten Haushaltsentwurf der Nasa für das Jahr 2006 hervor.

Danach sollen die Mittel der Nasa im kommenden Jahr um 2,4 Prozent auf rund 16,6 Mrd. Dollar (12,92 Mrd. Euro) steigen. Darin sind aber nicht die auf mehr als eine Milliarde Dollar geschätzten Ausgaben für einen bemannten oder unbemannten Rettungsflug zum Weltraumteleskop enthalten.

Wegen der immer schwächer werdenden Batterien rechnen Raumfahrtexperten damit, dass das fast 15 Jahre alte „Kronjuwel der Astronomie“ entweder 2007 oder 2008 seinen Dienst versagt. Die Nasa will „Hubble“ später kontrolliert auf die Erde abstürzen lassen.

„Die Entscheidung der Nasa halten wir für sehr unglücklich, da das Teleskop bis zuletzt hervorragende wissenschaftliche Ergebnisse geliefert hat“, sagte am Dienstag Thomas Galinski vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn. „Das Ende von „Hubble“ wäre ohnehin gekommen, wenn auch drei oder vier Jahre später. Wir hätten uns allerdings einen gleitenden Übergang gewünscht“, meinte Galinski.

Die „größten Opfer“ im neuen Nasa-Haushalt müsse das Prometheus- Projekt bringen, das für 2006 vollständig gestrichen worden sei, schreibt das auf Raumfahrt spezialisierte Internetportal space.com. Im Rahmen des Prometheus-Projektes sollte sich in etwa zehn Jahren eine atomar angetriebene Raumsonde auf den Weg zu den drei Eis-Monden Callisto, Ganymed und Europa des Planeten Jupiter machen.

Auch für ein neues Raumfahrzeug, das als Nachfolger der „Space Shuttle“ ab 2008 getestet werden und später Astronauten zum Mond bringen soll, seien die Mittel gekürzt worden, schreibt space.com weiter. Insgesamt müsse die Nasa in ihrem Haushalt für 2006 mit 500 Mill. Dollar weniger auskommen als erwartet.

Die Nasa hat nach den Worten von Direktor Sean O'Keefe die Schwerpunkte auf die Umsetzung der Weltraumvision von US-Präsident George W. Bush gelegt. Danach sollen bis spätestens 2014 wieder Astronauten auf den Mond geschickt werden. Später sind vom Mond aus bemannte Flüge zum Mars und darüber hinaus geplant.

Die Nasa will ihre Verpflichtungen für den Ausbau der Internationalen Raumstation ISS einhalten. Auch die Vorbereitungen für einen Start der „Space Shuttle“ gingen weiter, sagte O'Keefe. In dem Haushalt seien ferner Forschungsmittel für eine neue Generation von Satelliten für die Klimaforschung auf der Erde vorgesehen. Zu den „Gewinnern“ gehört der Nachfolger von „Hubble“, das leistungsstärkere „James Webb Space Telescope“ (Jwst), dessen Start 2011 geplant ist.

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