Trümmer eines chinesischen Satelliten
Weltraumschrott zwingt ISS zu Ausweichmanöver

Chinesischer Weltraumschrott hat die Internationale Raumstation ISS am Sonntag zu einem Ausweichmanöver gezwungen. Es ist nicht der erste Zwischenfall mit Weltraumschrott in diesem Jahr.
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dpa WASHINGTON. Wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa erklärte, wurde die ISS um 180 Grad gedreht. Mit dem Manöver wurde größerer Abstand zu einem am Montag vorbeifliegenden zehn Zentimeter großen Stück der oberen Stufe einer chinesischen Rakete geschaffen, sagte Kyle Herring vom Johnson Raumfahrtzentrum der Nasa in Houston (US-Bundesstaat Texas). Die Station sei geringfügig abgebremst worden. Das Manöver habe drei Stunden gedauert.

Es ist nicht der erste Zwischenfall mit Weltraumschrott in diesem Jahr. Am 12. März hatte Weltraummüll die Astronauten kurzzeitig in eine angedockte Sojus-Kapsel flüchten lassen. Das rund 0,8 Zentimeter große Teil eines ausgedienten Satelliten passierte nach Angaben der Nasa die Raumstation um 17.39 Uhr MEZ. Es sei keinerlei Schaden entstanden, die drei Astronauten seien nach etwa zehn Minuten wieder auf die ISS zurückgekehrt.

Im Falle eines Einschlags hätte die aus zwei Amerikanern und einem Russen bestehende Crew mit der Sojus-Kapsel schnell abdocken können. Die kurzzeitige Evakuierung sei notwendig gewesen, weil die Bodenkontrolle den Schrott erst vergangene Nacht und damit zu spät erkannt habe, um noch ein Ausweichmanöver einzuleiten, hieß es Mitte März.

US-Experten hatten bereits in der Vergangenheit 13 000 Objekte von Weltraumschrott registriert, andere Experten schätzen die Anzahl sehr viel höher und sprechen von mehreren hunderttausend Teilen. Bereits der Aufprall eines ein Zentimeter großen Stückes könnte Satelliten oder die Raumstation schwer beschädigen.

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