Tumminellis Designkritik
Die besten Boote der Welt - neu designt

Die besten Boote der Welt wollte Carlo Riva bauen. Immer wusste er, sein Werk glamourös in Szene zu setzen. Zur nächsten Saison sollen zwei Sondermodelle erscheinen, die sich an Ikonen des italienischen Designers orientieren. Der australische Stardesigner Marc Newson hat eines davon entworfen.
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Obsessiv pflegte er das Design seiner Boote, das im Konzept dem Chris-Craft-Vorbild folgte, in Stil und Detail aber unübertroffen war. Riva bereiste die Welt, um die besten Hölzer zu finden: Mahagoni, Zedern, Okoumé, Iroko, Sipo, Kaya, Makore und Gran Bassam. Sämtliche Chromteile wurden nach eigenem Design aus Bronze gegossen, mit Kupfer grundiert und mit üppigem Nickel veredelt – zehnmal dicker als in Autos üblich.

Jedes Jahr wurden die Modelle optimiert und verändert. So gilt jeder Jahrgang von Riva-Booten als besonders – wie bei edlen Weinen. 1964 eröffnete der Designer einen Show-Room im New Yorker Rockefeller Center.

Rivas systematischem Qualitätsprinzip ist es zu verdanken, dass viele Boote bis heute überlebt und die Marke zum Mythos gemacht haben. Und das, obwohl Carlo Riva seine Werft nur 21 Jahre leitete, bis 1971. Knapp 4 000 Boote stammen aus seiner Zeit.

Heute ist die Marke Riva Teil der Gruppe Ferretti Yacht, einer der größten Player auf den Weltmeeren, und bietet ein buntes Sortiment an zeitgemäßen, gigantischen Luxusbooten. Lediglich das Einstiegsmodell Aquariva knüpft, unter anderem mit einer Deckverkleidung aus echtem Holz, an die alte Runabout-Tradition an.

Die „Tritone“ und die „Aquarama“ waren Carlo Rivas Flaggschiffe. An die „Tritone“ erinnern aus den Jahrgängen 1956-1958 die Cadillac-Motoren oder die Zebra-Polsterung von 1959, gesehen auch in Federico Fellinis Film „La Dolce Vita“.

Die „Aquarama“ war bis 1971 ein Topmodell: 8,5 Meter Länge für zehn Passagiere, mit einer Geschwindigkeit von 88 km/h. Schneller läuft selbst die neue „Aquariva“ nicht. Übrigens verkauft sie sich auch nicht schneller. Nach drei Jahren wurde 1965 die hundertste „Aquarama“ verkauft, bis die hundertste „Aquariva“ vom Band lief, dauerte es fünf Jahre.

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  • Sehr geehrter Herr Prof. T.,
    könnten Sie bitte Herrn Meyer aus Papenburg dringend an die Hand nehmen.

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