Tumminellis Designkritik

Dysons Windmaschine

Er hat den Staubsauger ohne Beutel erfunden. Jetzt stellt James Dyson erneut die Branchengesetze auf den Kopf. Mit einem Ventilator ohne brummenden Motor und flatternden Propeller - mehr Designobjekt, als Gebrauchsgegenstand. Wie seine erstaunliche Luftmaschine für perfektes Raumklima sorgt.
  • Paolo Tumminelli
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Es geht auch geschmackvoll: James Dyson stellt die Branchengesetze auf den Kopf. Quelle: Pressebild

Es geht auch geschmackvoll: James Dyson stellt die Branchengesetze auf den Kopf.

(Foto: Pressebild)

Es lohnt immer wieder, sich die Entstehungsgeschichte der Firma Dyson ins Gedächtnis zu rufen. Ein britischer Designer, heute Sir James Dyson, will die angestaubte Welt der Staubsauger revolutionieren. In den 80er-Jahren entwirft er den ersten Sauger, der keinen Beutel braucht. Doch wer mag schon Revolutionen? Das Beutelgeschäft ist allein in Großbritannien jedes Jahr rund 250 Mio. Pfund wert, kein Hersteller von Haushaltsgeräten zeigt Interesse an Dysons Erfindung.

Mit Mühe kommt der brillante Erfinder durch das Tal der Tränen. Dank eines Lizenzgeschäfts mit Japanern kann er Anfang der 90er-Jahre tatsächlich den ersten Staubsauger unter der Marke Dyson auf den Markt bringen. Heute ist das Privatunternehmen Dyson Ltd. Weltmarktführer im Staubsauger-Premium-Segment. Die Firma nennt keine Zahlen, setzt aber wohl weit mehr als eine halbe Mrd. Euro um.

Dyson handelt mit Luft: 2007 brachte die Firma einen teuren Händetrockner auf den Markt, der bis zu 83 Prozent weniger Energie verbraucht als die Konkurrenz - und doch die Hände schneller trocknet. Die gesammelte Erfahrung mit der Leitung von schnellen Luftströmen öffnet neue Möglichkeiten der Diversifizierung.

Nun revolutioniert Dyson den Ventilator. Seit 1882 unverändert, ist der Ventilator ein veraltetes Produkt, dem immer öfter billige Klimageräte vorgezogen werden. Als ich die Einladung zur Präsentation bekam, war ich ebenso misstrauisch wie unaufgeregt. Doch der "Air Multiplier" übertraf meine Erwartungen bei weitem.

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5 Kommentare zu "Tumminellis Designkritik: Dysons Windmaschine"

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  • Naja,
    wenn man sich auf youtube anhört wie laut (und in welchem Ton!) dieses Design arbeitet, dann denkt man nicht mehr an Lüfter sndern nur noch an Fön.
    Wer aber liest, arbeitet oder telefoniert schon gerne, wenn er sich fönt?

  • @Till Westberg: Das klingt ja hochspannend. Handelt es sich dabei um ein Gerücht oder ist das bereits bestätigt. Dyseon würde eine riesigen aber margenschwachen Markt betreten.

  • Die Dyson-Staubsauger funktionieren nach einem uralten Prinzip: Dem Zyklon. Jeder Verfahrenstechnik-Student lernt das spätestens dritten Semester kennen.
    Das Herunterskalieren auf eine im Haushalt passende Größe war sicherlich eine geringere Leistung als das Durchbrechen der betonmauer des Wettbewerbs, der sich ein stetiges Nachrüstgeschäft nicht verderben lassen möchte. Das verdient sehr großen Respekt.
    Seit kurzem habe ich auch einen Dyson-Staubsauger und bin von der Handhabung und der Funktion absolut begeistert. Die hohen Anschaffungskosten amortisieren sich schnell.
    im Computerbereich wird sich denke ich demnächst die Wasserkühlung etablieren wenn die OEMs endlich soweit sind. Luft ist halt ein mieses Kühlmedium...

  • in der Computerbranche ist dieses Produkt ein extrem heißes Thema, denn es wird spekuliert, dass die Forschung der Firma Dyson an einer Miniversion des Produkts zur Prozessorkühlung von Computern/Servern arbeitet, womit man viel Energie bei den Prozessoren sparen kann und den Lebenszyklus verlängern kann, eventuell auch ein höhere Taktung der CPUs. Dann würde Dyson ein Revolution starten, die viel größer ist als die beutellosen Staubsauger Revolution.

  • Nett, aber wie bereits von der Redaktion vermerkt: Viel zu teuer. Womit soll der Preis gerechtfertigt werden? Design? Nein, das Produkt wird ein Nischendasein wie die Nernstlampe fristen.

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