Forschung + Innovation
Typisches Kopfwackeln lässt Kraniche schärfer sehen

Das typische Kopfwackeln beim Laufen verleiht Kranichen und manchen anderen Vögeln eine etwas slapstickartige Bewegung, hat aber durchaus einen Sinn: Die Vögel stabilisieren damit ihre Kopfposition und so ihr Sichtfeld.

dpa BALTIMORE. Das typische Kopfwackeln beim Laufen verleiht Kranichen und manchen anderen Vögeln eine etwas slapstickartige Bewegung, hat aber durchaus einen Sinn: Die Vögel stabilisieren damit ihre Kopfposition und so ihr Sichtfeld.

Das haben amerikanische Forscher am Beispiel von Schreikranichen (Grus amerikana) herausgefunden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das charakteristische Vorstoßen des Kopfes während des Laufens hilft, Beute zu erkennen und aufzuspüren. Unter den Vertretern der Wirbeltiere ist die Methode einzigartig, wie Thomas Cronin von der Universität von Maryland in Baltimore und Kollegen im Fachjournal „Current Biology“ (Bd. 15, S. 243) berichten.

Die Forscher beobachteten Schreikraniche im Patuxent Wildlife Research Center im US-Staat Maryland. Wenn die Vögel bei der Futtersuche einen Vorwärtsschritt machen, bewegen sie zunächst nur den Körper nach vorne, der Kopf bleibt zurück. Sobald der Fuß den Boden wieder berührt, schnellt der Kopf nach vorn. Dadurch bleibt der Kopf relativ zur Umgebung rund die Hälfte der Zeit an derselben Stelle - das Blickfeld der Vögel wird so lange nicht verwackelt. Allerdings funktioniert dies nur bei gedrosseltem Tempo. Rennt der Kranich, ist die Frequenz der vorstoßenden Kopfbewegung zu hoch, um präzise jagen zu können.

Der Mensch stabilisiert sein Blickfeld allein durch eine Art Gegenbewegung der Augen. Er nimmt, während er sich bewegt, einen großen Teil der Umgebung als fließendes Bild in Kauf.

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