Über den Nobelpreisträger ist kaum etwas bekannt
David Politzer: Scheuer Hollywood-Darsteller

Der amerikanische Physiker und Nobelpreisträger David Politzer meidet das Rampenlicht. Der Professor am California Institute of Technology in Pasadena spielte allerdings schon mal in einem Hollywood-Streifen mit.

HB PASADENA. Bei der Amerikanischen Physikervereinigung (American Physical Society) in College Park im US-Bundesstaat Maryland ist der Nobelpreisträger nahezu unbekannt. Während Gross und Wilzcek sich der Vereinigung schon vor Jahren angeschlossen hatten, zählt Politzer bis heute nicht zu ihren Mitgliedern. Selbst sein Alter war am Dienstag noch nicht klar - er ist 54.

Unmittelbar nach der Bekanntgabe seiner Auszeichnung am Telefon erreicht, erwiderte Politzer auf das „Guten Morgen“ der dpa: „Es ist noch nicht Morgen“, und hängte auf. Die Nachricht aus Stockholm hatte ihn in der Nacht kurz nach 2.00 Uhr Ortszeit erreicht. Allem Anschein nach unberührt zog es Politzer vor, sich anschließend wieder aufs Ohr zu legen.

Obwohl David Politzer das Rampenlicht scheut, ließ sich vor 15 Jahren zu einer Filmrolle überreden. Er spielte 1989 in dem Hollywood-Drama „Die Schattenmacher“ den Physiker Robert Serber. Der Film mit Paul Newman in der Hauptrolle erzählt die Geschichte des Manhattan-Projekts, das während des Zweiten Weltkriegs zum Bau der Atombombe führte.

Politzer hatte lange gezögert. Er besitze noch nicht einmal einen Fernseher und solle nun selbst vor der Kamera stehen, äußerte er damals in der Pasandenaer Universitäts-Zeitung „On Campus“ seine Bedenken. Doch Regisseur Roland Joffe beruhigte ihn, dass „die Rolle weder zu viel Zeit noch größeres Talent erfordert“, und der Forscher gab er klein bei.

Politzer promovierte 1973 an der Harvard-Universität in Cambridge bei Boston, als er unabhängig von Wilzcek und Gross eine brillante Entdeckung machte. Die Forscher konnten nachweisen, wie die kleinsten Teilchen des Atomkerns, die Quarks, zusammengehalten werden. Bald nach der Veröffentlichung wurde Politzer als Professor nach Pasadena gerufen. Dort lehrt er noch heute, tritt aber nur noch selten mit neuen Forschungserkenntnissen hervor. Das California Institute of Technology, kurz Caltech, datiert seine letzte Veröffentlichung acht Jahre zurück auf August 1996.

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