Überträger der Schlafkrankheit
Erbgut der Tsetsefliege entziffert

Gegen die Schlafkrankheit ist bisher kein Schutz gefunden. Forscher hoffen, beim Überträger der Krankheit ansetzen zu können: der Tsetsefliege. Ihr Erbgut wurde nun entschlüsselt. Doch das ist erst der Anfang.
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YaleTausende Menschen erkranken jedes Jahr neu an der Schlafkrankheit - in jahrelanger Arbeit haben Forscher nun das Erbgut der Tsetsefliege entschlüsselt, die den gefährlichen Erreger überträgt. Ihr Nährsekret für Larven ähnele verblüffend der Muttermilch von Säugetieren, berichten die Forscher im Fachmagazin „Science“. Sie hoffen, dass sich aus den Erkenntnissen neue Ansätze zur Bekämpfung der Schlafkrankheit entwickeln lassen. Das Fehlen einer Erbgutkarte sei zuvor ein großes Hindernis bei der Suche nach Schwachstellen der Insekten gewesen.

Tsetsefliegen sind afrikanische Stechfliegen, die sich ausschließlich von Blut ernähren. Während einer Mahlzeit können sie ihr Gewicht fast verdoppeln. Sie übertragen bestimmte Erreger, die Trypanosomen, die bei Menschen in Afrika südlich der Sahara die Schlafkrankheit und bei Tieren die Nagana-Seuche verursachen. Anders als die meisten Insekten legen Tsetsefliegen keine Eier. Sie sind lebendgebärend und füttern ihre im Rumpf heranwachsenden Larven mit einem Sekret aus Milchdrüsen.

Auf die zwölf für die Milchproduktion nötigen Gene entfalle in dieser Zeit mehr als die Hälfte der gesamten Genaktivität, schreiben die Forscher. Insgesamt wurden etwa 12.000 Gene gefunden. Die Erbgutanalyse zeigte auch, dass Augen und Sehsystem von Tsetsefliegen - die ihre Opfer an Geruch und Aussehen erkennen - denen von Stubenfliegen ähneln. Interessant als möglicher Ansatzpunkt seien die Gene für die Proteine im Speichel, mit denen die Fliegen bei ihren Opfern die Blutgerinnung hemmen.

Mehr als 140 Wissenschaftler aus 18 Ländern waren fast zehn Jahre damit beschäftigt, das Genom der Tsetsefliege (Glossina morsitans morsitans) zu entschlüsseln. Von der DNA-Sequenz können Forscher auf etliche Eigenschaften der Insekten schließen - etwa ihren Stoffwechsel, ihr Immunsystem und ihre Sinneswahrnehmungen.

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Schlafbedürfnis, Lähmungen und Krämpfe

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