Forschung + Innovation
Ulmer Wissenschaftler schickt zwei Skorpione ins Weltall

Um die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf Funktion und Verhalten von Lebewesen zu untersuchen, schickt ein Ulmer Wissenschaftler Skorpione auf einen zweiwöchigen Weltraumflug. Der russische Forschungssatellit Foton-M2 soll am 31. Mai vom russischen Raumfahrtzentrum in Baikonur starten.

dpa ULM/BAIKONUR. Um die Auswirkung der Schwerelosigkeit auf Funktion und Verhalten von Lebewesen zu untersuchen, schickt ein Ulmer Wissenschaftler Skorpione auf einen zweiwöchigen Weltraumflug. Der russische Forschungssatellit Foton-M2 soll am 31. Mai vom russischen Raumfahrtzentrum in Baikonur starten.

Professor Eberhard Horn, Leiter der Arbeitsgruppe Gravitationsphysiologie der Universität Ulm, sagte am Mittwoch, die Tiere seien für dieses Experiment ausgesucht worden, weil sie in Extremen leben könnten. „Skorpione können beispielsweise monatelang hungern.“ In der unbemannten Kapsel wäre keine Tierhaltung möglich.

Die beiden Skorpione werden bei ihrem Weltraumflug nach Angaben von Horn getrennt voneinander in kleinen Kammern sitzen. „Jede Sekunde macht eine Videokamera ein Bild von ihnen“, berichtete der Wissenschaftler. Der etwa 15 bis 16 Tage dauernde Flug ist ein Test für ein möglicherweise im Jahr 2008 stattfindendes, drei Monate dauerndes Hauptexperiment mit 16 Skorpionen. „Wir wollen jetzt einige kritische Komponenten testen - etwa, ob die an den Tieren befestigten Elektroden in der Bewegung auch sicher halten“, erläuterte Horn.

Ziel des Experiments ist die detaillierte Untersuchung der physiologischen Anpassung des Organismus an die Schwerelosigkeit. Fragen sind: „Findet diese Anpassung schwingend, in Wellen oder gleichförmig statt?“ Und: „Wird im Weltall die innere Uhr des Skorpions beeinflusst?“ Antworten auf diese Fragen wird es erst in einigen Jahren geben. dpa os yysw hu

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