Um mit der neuen Technik starten zu können, benötigen die Autobauer die Zustimmung der EU
Elektronische Schutzengel im Auto

Die Autohersteller haben das Nahbereichsradar zur Serienreife entwickelt, solche innovativen Systeme bringen Umsatzchancen.

RÜSSELSHEIM. Der schwarze VW Phaeton hat es eilig. Ohne Seitenblick in den Spiegel schert der Fahrer der nachtschwarzen Limousine auf die linke Spur zum Überholen – den silberfarbenen C-Klasse-Mercedes im toten Winkel hat er nicht bemerkt. Gut, dass die elektronischen Systeme im Fahrzeug keine Schrecksekunde kennen. Bevor es zu einer Kollision kommen kann, warnt der Bordrechner per Computerstimme: „Achtung, Fahrzeug im nicht einsehbaren Bereich“ – der Automat ermöglicht es dem Fahrer, noch in Sekundenschnelle zu reagieren.

Das Auto hat den Unfall buchstäblich kommen sehen: dank seiner zigarettenschachtelgroßen acht Radarsensoren in den Stoßfängern. Die Szene ist keine ferne Zukunftsvision, sondern wird vielleicht schon bald Realität. Mehrere große Autohersteller haben die Technologie bereits bis zu einem seriennahen System entwickelt. Und um die Technik zur Marktreife zu bringen, haben sich die Firmen wie BMW, Daimler-Chrysler, VW, Bosch oder Siemens Automotive zu einem Industriekonsortium namens Sara (short range automotive radar frequency allocation) zusammengetan.

Um mit der neuen Technik starten zu können, benötigen die Autobauer die Zustimmung der EU-Behörden. Denn die Radarsensoren nutzen zur Informationsübertragung Frequenzen auf denen bereits Wetter- und Erderkundungssatelliten funken. Auch die Basisstationen des neuen UMTS-Mobilnetzes arbeiten in einem nahe gelegenen Gigahertzbereich. Vor allem Radioastronomen und Telekommunikationsunternehmen befürchten, durch die Autos gestört zu werden und machen Front gegen eine solche Regelung.

Bislang warten die Firmen vergeblich auf grünes Licht von der Europäischen Union, wie der Präsident des Branchenverbandes VDA, Bernd Gottschalk, gestern am Rande eines technischen Kongresses des Verbandes in Rüsselsheim erläuterte. Mit der Entscheidung in Brüssel werde aber bis Mitte des Jahres gerechnet, sagte Daimler-Chefelektroniker Stefan Wolfsried.

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