Umstrittenes Projekt Mars One

Zum Mars ohne Rückflugticket

Einst suchten TV-Sender per Casting Mitglieder für Pop-Bands. 2017 soll es eine vergleichbare Auslese geben, um Teams für Mars-Missionen ohne Rückflug zu finden. Ob es überhaupt zum Start kommt, ist aber fraglich.
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Die Illustration der europäischen Raumfahrtagentur ESA zeigt einen Mars-Astronauten zusammen mit einem Rover auf dem Roten Planeten. Bis tatsächlich Menschen den Mars betreten, dürfte aber noch etliche Jahre ins Land gehen. Quelle: AP
Mars-Astronaut im Einsatz

Die Illustration der europäischen Raumfahrtagentur ESA zeigt einen Mars-Astronauten zusammen mit einem Rover auf dem Roten Planeten. Bis tatsächlich Menschen den Mars betreten, dürfte aber noch etliche Jahre ins Land gehen.

(Foto: AP)

BerlinEine Mars-Mission ohne Rückflug, für die sich jeder bewerben kann – mit dieser äußerst umstrittenen Idee macht das niederländische Projekt Mars One seit einigen Jahren immer wieder von sich reden. Dabei bezweifeln viele Wissenschaftler, dass es der Initiative gelingen wird, dauerhaft eine bewohnbare Siedlung auf dem Mars zu errichten. Und tatsächlich hat Mars One seinen Zeitplan nun zum wiederholten Male geändert.

Der Start der ersten bemannten Mission zum Roten Planeten verschiebt sich demnach um Jahre. Losgehen soll es nach derzeitigem Fahrplan im Jahr 2031, Ankunft wäre nach rund siebenmonatigem Flug 2032. Tests und Erkundungen ohne Menschen sind schon früher vorgesehen: ab 2022. Die Investitionen müssten in Fahrt gebracht werden, erklärte Mitbegründer Bas Lansdorp, ein Unternehmer und Ingenieur.

Feuer frei für die Reise zum Mars
Nasa testet Raketenantrieb
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Mit viel Krach und einem hellen Feuerstrahl hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa zum zweiten Mal den Antrieb für die leistungsfähigste Rakete der Welt getestet.

Erfolgreicher Probelauf
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Der zweiminütige Probedurchlauf des Antriebs der Rakete „Space Launch System“ (SLS) sei erfolgreich verlaufen, teilte die US-Weltraumbehörde mit.

Testgelände in Utah
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Der Test des 54 Meter langen Raketentriebwerks fand auf einem Gelände in Promontory im Bundesstaat Utah statt.

Schaulustige beobachten den Test
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Zahlreiche Schaulustige verfolgten den Raketentest aus sicherem Abstand.

Test unter "Winterbedingungen"
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Der Probelauf diente dazu, die Rakete bei winterlichen Bedingungen zu testen. Dazu war das SLS-Triebwerk mehrere Wochen lang heruntergekühlt worden.

Zweiter Test
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Zuvor war der Antrieb bereits im März 2015 mit Erfolg getestet worden. Damals fand der Probelauf unter hohen Temperaturen statt, um einen Start im Sommer zu simulieren.

Auswertung in den kommenden Monaten
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Während des Tests wurde eine Reihe von Daten zur Funktionsweise des Trägersystems aufgezeichnet, die nun in den kommenden Monaten ausgewertet werden sollen.

Wie das funktionieren soll? Neben der gemeinnützigen Stiftung, der Mars One Foundation, ist kürzlich eine britische Aktiengesellschaft ins Leben gerufen worden. Sie heißt Mars One Ventures und hat Anfang Dezember knapp 250.000 Aktien ausgegeben. Die Gesellschaft soll so das nötige Kapital für die nächsten Schritte einbringen – zunächst einmal ist die Rede von bis zu zehn Millionen Euro. Es geht darum, das gesamte Projekt zu vermarkten: Die Gesellschaft hält unter anderem die Rechte für Merchandising, Übertragung, Spiele und Apps.

Die Stiftung hingegen ist zuständig für Auswahl und Training der künftigen Astronauten. 2017 will Mars One mit der Auslese weitermachen, auch das ist später als ursprünglich vorgesehen. Aus derzeit noch 100 Anwärtern sollen mehrere je vierköpfige Gruppen ausgewählt und für jahrelanges Missionstraining eingestellt werden.

Das ist auch nötig, denn schon seit diesem Sommer zeichnet sich Kandidatenschwund bei Mars One ab. Die Stiftung teilte mit, Anwärter seien aus persönlichen Gründen ausgeschieden und andere Bewerber nachgerückt. Ein italienischer Top-100-Kandidat zum Beispiel überlegte es sich anders, weil er sich verliebte und auf der Erde bleiben will, wie er der Zeitung „Il messagero“ sagte.

Insofern dürfte es angesichts des geplanten Starts 2031 eine Herausforderung sein, die Laien-Bewerber überhaupt bei der Stange zu halten. Welches Team als erstes zum Mars aufbricht, soll sich im Jahr des Starts entscheiden.

Wer bezahlt die sechs Milliarden Dollar teure Mission?
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