Umwelt
2007 ist „Jahr des Delfins“ - Baiji ausgestorben?

Die Vereinten Nationen (UN) haben für 2007 das „Jahr des Delfins“ ausgerufen.

dpa BONN. Die Vereinten Nationen (UN) haben für 2007 das „Jahr des Delfins“ ausgerufen. In einer weltweiten Kampagne soll auf die starke Bedrohung der Meeressäuger aufmerksam gemacht werden, sagte der Leiter des UN-Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (CMS), Robert Hepworth, in Bonn.

Die Bundesregierung unterstützt die Initiative und will eine Konferenz hierzu organisieren, wie das Bundesumweltministerium mitteilte.

Nach Angaben des UN-Umweltprogramms Unep sind Delfine vor allem durch direkte Jagd, Beifang in Fischnetzen, Nahrungsknappheit infolge von Überfischung sowie durch verschmutzte Gewässer bedroht. Ihr Schutz sei dringend notwendig. Zum Überleben brauchten Delfine saubere und ruhige Ozeane und geschützte Gebiete. Es gibt etwa 35 Arten, von denen viele über lange Strecken wandern.

Die Kampagne wolle nicht nur die Notlage der Delfine ins Rampenlicht rücken, sondern sei auch ein Beitrag zum Ziel, bis 2010 eine deutliche Verringerung des Verlustes der Artenvielfalt zu erreichen, sagte Hepworth. Auf dieses Ziel haben sich die Regierungen im Rahmen der UN verständigt. Schirmherr der Kampagne ist Fürst Albert von Monaco.

Es gebe zwar auf dem Papier viele Beschlüsse zum Schutz der Tiere, sie würden aber nicht ausreichend umgesetzt, sagte Nicolas Entrup von der Whale and Dolphin Conservation Society (Wdcs). Ein Beispiel dafür sei die Treibnetzfischerei, die zwar verboten sei, aber etwa im östlichen Mittelmeer eine der Hauptursachen für den Tod von Delfinen sei.

Unterstützt wird die Initiative vom Reiseunternehmen Tui, das in seinen Katalogen und an den Touristenzielen über die Lage der Delfine informieren will. Auch der Tourismus müsse an dem Erhalt biologischer Vielfalt interessiert sein, sagte der Direktor des Tui- Umweltmanagements, Wolf Michael Iwand. Der Öko-Tourismus - etwa auch die Beobachtung von Delfinen - habe ein großes wirtschaftliches Potenzial.

Das Übereinkommen zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (CMS) widmet sich weltweit dem Schutz von Wildtieren, die internationale Grenzen überschreiten. Es ist das einzige UN-Abkommen zum Schutz von Delfinen auf ihren Migrationsrouten zwischen den Nahrungs- und Aufzuchtgründen.

Der chinesische Flussdelfin Baiji ist unterdessen möglicherweise ausgestorben. Ein internationales Forscherteam habe auf einer noch rund zwei Wochen dauernden Expedition auf dem Jangtse bisher kein Exemplar der stark bedrohten Tierart finden können, berichtete August Pfluger, Chef von baiji.org und Organisator der Suche, am Wochenende der dpa in Schanghai.

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