Umwelt
Alarm am Tag des Meeres

Zum Tag des Meeres am 8. Juni schlägt die Umweltorganisation WWF Alarm. Drei Viertel der weltweiten Fischbestände seien bereits bis an ihre Grenzen oder darüber hinaus geplündert.

dpa HAMBURG. Zum Tag des Meeres am 8. Juni schlägt die Umweltorganisation WWF Alarm. Drei Viertel der weltweiten Fischbestände seien bereits bis an ihre Grenzen oder darüber hinaus geplündert.

Aus dem am Donnerstag in Hamburg veröffentlichten WWF-Report „Unsere Ozeane: Geplündert, verschmutzt und zerstört“ geht zudem hervor, dass 274 Meeresarten seit 1970 um mehr als 25 Prozent abgenommen haben. Die Bestände großer Fische wie Tunfisch, Marlin, Schwertfisch, Hai oder Kabeljau seien sogar um rund 90 Prozent geschrumpft.

„Der globale Meeresschutz entwickelt sich im Schneckentempo, während zeitgleich die Plünderung und Zerstörung immer neue Dimensionen erreicht“, warnte die WWF-Meeresexpertin Karoline Schacht. Durch die Fischerei werden dem Bericht zufolge ganze Ökosysteme zerstört. So seien bis zu 50 Prozent der Kaltwasser- Korallenriffe im Nordostatlantik geschädigt. „Die Hauptschuld tragen Bodenschleppnetze, die mit ihren tonnenschweren Ketten, Netzen und Stahlplatten die Riffe umpflügen“, sagte Schacht.

Tropische Korallenriffe seien besonders durch die schleichende Versauerung der Meere durch den steigenden Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre und steigende Wassertemperaturen gefährdet. Das Great Barrier Reef in Australien könnte bis zur Mitte des Jahrhunderts zu 95 Prozent geschädigt sein, erwartet der WWF. Auch der vorhergesagte Meeresspiegelanstieg bis zu 56 Zentimeter bis zum Jahr 2 100 gefährde viele artenreiche Küstenregionen, darunter wertvolle Mangrovenwälder.

„Nur mit einem globalen Rettungsprogramm kann die Artenvielfalt der Ozeane bewahrt werden“, betonte Meeresexpertin Schacht. Der WWF (World Wide Fund For Nature) fordert, 80 Prozent der artenreichen Korallenriffe, Mangroven- und Küstenfeuchtwälder, Flussmündungen, Seegraswiesen und Seeberge zu schützen. In 40 Prozent der Hochseegebiete müsse zudem die Öl- und Gasförderung sowie die Fischerei verboten werden. Bisher seien nur 0,6 Prozent der Meere unter Schutz gestellt. Um die Folgen des Klimawandels auf die Meere einzudämmen, fordert der WWF, die weltweiten Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren.

Den Tag des Meeres am 8. Juni gibt es jährlich seit dem UN- Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro.

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