Umwelt
Angeblich ausgestorbener Flussdelfin gesichtet

Wissenschaftler hielten ihn schon für ausgestorben, jetzt ist doch noch ein Exemplar aufgetaucht: Der chinesische Flussdelfin Baiji ist im Jangtse gefilmt worden, wie die Zeitung „Shanghai Daily“ am Donnerstag berichtete. Ein Mann aus Tongling in der Anhui-Provinz habe das Tier bereits am 19.

dpa SHANGHAI. Wissenschaftler hielten ihn schon für ausgestorben, jetzt ist doch noch ein Exemplar aufgetaucht: Der chinesische Flussdelfin Baiji ist im Jangtse gefilmt worden, wie die Zeitung „Shanghai Daily“ am Donnerstag berichtete. Ein Mann aus Tongling in der Anhui-Provinz habe das Tier bereits am 19. August entdeckt.

Die Baiji-Aufnahmen seien im Tongling-Naturreservat für Süßwasserdelfine verifiziert worden. Die Sichtung gibt neue Hoffnungen auf ein Überleben des seltensten Delfins der Welt. „Wir sind sehr glücklich zu sehen, dass es noch Baijis auf dieser Welt gibt“, sagte Wang Kexiong vom Hydrobiologischen Institut der Chinesischen Wissenschaftsakademie in Wuhan. Der Augenzeuge berichtete von einem „großen, weißen Tier“, das plötzlich aus dem Jangtse aufgetaucht sei. „Ich habe im Wasser noch nie ein so großes Ding gesehen, deshalb habe ich gefilmt. Es war etwa 1 000 Meter entfernt und sprang mehrmals aus dem Wasser“, sagte Zeng Yujiang laut Nachrichtenagentur Xinhua.

Im vergangenen Jahr hatte ein Team internationaler Wissenschaftler systematisch den Oberlauf des Jangtse nach überlebenden Exemplaren des Delfins abgesucht. Zuvor hatten die Experten den Bestand auf weniger als 50 Tiere geschätzt, am Ende aber keinen einzigen Baiji (Lipotes vexillifer) finden können. Noch in den 1980er Jahren sollen hunderte der Delfine im Oberlauf des Jangtse gelebt haben. Amerikanische und chinesische Wissenschaftler hatten erst vor wenigen Wochen verkündet, dass der Baiji als eine der letzten Arten von Süßwasserdelfinen der Erde mit höchster Wahrscheinlichkeit ausgestorben sei.

Der Bestand der seltenen Delfine sei durch Überfischung und starken Schiffsverkehr dezimiert worden. Auch die starke Verschmutzung in Chinas längstem Strom sowie die lauten Schiffsmotoren stellen eine Bedrohung für die empfindlichen Tiere dar. Der fast blinde Baiji findet sich im trüben Jangste-Wasser mit akustischen Signalen zurecht. Trotz der jüngsten Sichtung sind die Überlebenschancen für die Art nach Expertenmeinungen nur gering. Schon früher hatten Forscher einzelne Tiere als nicht ausreichend für den Fortbestand der Spezies bezeichnet. Zuletzt war ein Baiji im Sommer 2005 von einem Fischer beobachtet worden.

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