Umwelt
Brüssel fordert Walfang-Stopp

Die Europäische Kommission hat Japan erneut zur Einstellung des Walfangs aufgefordert. „Die Wissenschaft darf nicht als Vorwand für fortgesetzten Walfang dienen“, sagte EU-Kommissar Joe Borg.

dpa BRüSSEL. Die Europäische Kommission hat Japan erneut zur Einstellung des Walfangs aufgefordert. „Die Wissenschaft darf nicht als Vorwand für fortgesetzten Walfang dienen“, sagte EU-Kommissar Joe Borg.

Internationale Abmachungen und europäisches Recht schützten die Wale, fügte der für Fischerei und Meerespolitik zuständige Kommissar nach Angaben der Brüsseler Behörde am Freitag hinzu. Deshalb müsse Japan seine Haltung überdenken.

Umweltkommissar Stavros Dimas rief die EU-Staaten angesichts der jüngsten Fernsehbilder von der japanischen Jagd auf Wale zu einer gemeinsamen Haltung auf: „Dies zeigt mehr denn je, dass die EU einig gegen den Walfang vorgehen muss.“ Bis zum nächsten Treffen der Internationalen Walfang-Kommission im Juni 2008 sollten sich die EU-Staaten hinter einen Vorschlag der Brüsseler Behörde zum Schutz der bedrohten Meeressäuger scharen. Bisher könne die EU-Kommission nicht im Namen der Gemeinschaft verhandeln.

Bereits im November hatte die Kommission ihre Sorge über japanische Pläne geäußert, im Südpazifik bis zu 1 000 Wale zu töten. Neben Zwergwalen sollten dabei Finn- und Buckelwale gejagt werden, die als gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten gälten. „Es besteht die ernste Gefahr, dass der japanische Walfang das langfristige Überleben dieser Arten untergräbt“, bekräftigte die Kommission. Weil Wale große Strecken wanderten, reiche es nicht, sie nur in EU-Gewässern unter Schutz zu stellen.

Im Dezember hatte die Kommission ein Strategiepapier vorgelegt, um einen wirksamen internationalen Rahmen zum Walfang zu schaffen. Damit sollte auch die Jagd zu wissenschaftlichen Zwecken geregelt werden. Zugleich betonte die Kommission, die EU müsse unbedingt gemeinsam handeln. „Die Europäische Union konnte ihr politisches Gewicht in der Internationalen Walfang-Kommission noch nicht nutzen, weil eine abgestimmte EU-Haltung fehlt“, betonte die Behörde.

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