Umwelt
Esa: Rekord-Ozonverlust über dem Südpol

Über dem Südpol geht in diesem Jahr so viel schützendes Ozon verloren wie nie zuvor seit Beginn der Messungen. Das teilte die Europäische Weltraumorganisation (Esa) am Montag in Frascati bei Rom mit.

dpa FRASCATI. Über dem Südpol geht in diesem Jahr so viel schützendes Ozon verloren wie nie zuvor seit Beginn der Messungen. Das teilte die Europäische Weltraumorganisation (Esa) am Montag in Frascati bei Rom mit.

Die Esa misst sowohl die Größe des Ozonlochs als auch seine Tiefe in der Ozonschicht. Aus der Kombination beider Werte ergibt sich für dieses Jahr ein Verlust um 40 Mill. Tonnen Ozon. Das sind eine Million Tonnen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2000.

Das Ozonloch ist der Esa zufolge derzeit mit 28 Mill. Quadratkilometern etwa so groß wie die USA und Russland zusammen und hat damit fast die Ausmaße des Rekordlochs vor sechs Jahren erreicht, teilte die Esa mit. Die Tiefe des Lochs in der Ozonschicht erreiche Werte aus dem Jahr 1998. „Eine solch signifikanter Ozonverlust setzt sehr tiefe Temperaturen in der Stratosphäre kombiniert mit Sonnenlicht voraus“, sagte der Esa-Experte Claus Zehner „Der extreme Ozonverlust in diesem Jahr lässt sich mit den Temperaturen über der Antarktis erklären, die so niedrig sind wie seit 1979 nicht mehr.“

Die Ozonschicht filtert einen Großteil der ultravioletten Strahlung aus, die beim Menschen unter anderem Hautkrebs verursachen kann. Die Ausdünnung der Schicht führen Experten unter anderem auf den Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffe (Fckw) zurück. Auf Grund des Montréal-Protokolls zum Schutz der Ozonschicht von 1987 hat die weltweite Fckw-Produktion stark abgenommen. Amerikanische Klimaforscher hatten kürzlich festgestellt, dass sich die Ozonschicht über dem Südpol erholt, aber nur langsam und vor allem in niedrigeren Lagen der Atmosphäre. Sie gehen davon aus, dass das Ozonloch über der Antarktis nicht vor 2065 verschwinden wird.

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