Umwelt
Klimawandel kann Ausbreitung neuer Krankheiten fördern

Der Klimawandel und die Tiertransporte können in Deutschland nach Einschätzung des Umweltbundesamtes zur Ausbreitung von gefährlichen Krankheiten führen.

dpa DESSAU-ROßLAU. Der Klimawandel und die Tiertransporte können in Deutschland nach Einschätzung des Umweltbundesamtes zur Ausbreitung von gefährlichen Krankheiten führen.

Wenn Mücken oder Zecken aus anderen Regionen nach Deutschland verschleppt werden und hier auf passende klimatische Bedingungen treffen, steige das Risiko der Verbreitung neuer Krankheiten, teilte das Umweltbundesamt (UBA) am Mittwoch in Dessau-Roßlau mit. So übertrage eine in Deutschland neuerdings vereinzelt nachgewiesene Mückenart die ursprünglich im Mittelmeerraum heimische Leishmaniose. Bislang seien ein Kind und einige Hunde daran erkrankt. Sie verursacht Hautzerstörungen, kann aber auch innere Organe befallen und zum Tod führen.

Als weiteres Beispiel nannte die Behörde die Ausbreitung der oft tödlichen Blauzungenkrankheit bei Schafen, Ziegen und Rindern. Sie hat sich in diesem Jahr rasch über Deutschland ausgebreitet und Dänemark erreicht. „Die Temperaturabhängigkeit der Erreger sowie Verschleppungen, die mit Tiertransporten entstehen, gelten als wesentliche Ursachen dafür, dass sich die Erreger seit dem letzten Jahr in Belgien, den Niederlanden, in Deutschland und in England verbreiteten“, schreibt das Amt.

Zudem habe es infolge des vergangenen milden Winters mehr Zecken gegeben. Diese können Borreliose und eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute (Fsme) übertragen. Die Globalisierung mit schnellen Verbindungen zwischen verschiedenen Kontinenten trage dazu bei, dass Mücken, Zecken und Nagetiere, die Krankheitserreger übertragen, auch weit transportiert werden.

Die Umweltexperten fordern deshalb, diese Tiere genauer zu beobachten. „Nur so lassen sich mögliche Gefahren frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen entwickeln“, teilte das UBA nach einer Tagung mit rund 140 Fachleuten in Berlin mit. Stichprobenartig solle mit Hilfe der Überwachung beispielsweise das Aufkommen von Mücken und die von ihnen getragenen Erreger untersucht werden. „Überwachungsprogramme für Überträger - wie Mücken oder Zecken - gibt es nur in einzelnen europäischen Ländern. In Deutschland fehlen sie“, heißt es in der UBA-Mitteilung.

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