Umwelt
Laubfrosch ist Frosch des Jahres 2008

Er ist leuchtend grün, gerade einmal daumengroß und quakt um sein Leben. Der vom Aussterben bedrohte Laubfrosch ist der Frosch des Jahres 2008. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (Dght) am Dienstag in Stuttgart mit.

dpa STUTTGART. Er ist leuchtend grün, gerade einmal daumengroß und quakt um sein Leben. Der vom Aussterben bedrohte Laubfrosch ist der Frosch des Jahres 2008. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (Dght) am Dienstag in Stuttgart mit.

Der bis zu sechs Zentimeter große und sechs Gramm schwere Frosch lebt in geschützten Tümpeln und Hecken. Die findet er nur noch in Naturschutzgebieten, Kiesgruben oder Steinbrüchen. „Die Zahl der Tiere hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg halbiert“, sagte der Zweite Vorsitzende der Dght, Axel Kwet.

5 503 Arten von Kröten, Unken und Fröschen gibt es weltweit - und alle sind über kurz oder lang vom Aussterben bedroht. Durch die Entwässerung von Wiesen und die Einebnung von Flüssen werde Fröschen Lebensraum und Brutstätten entzogen. Auch die Landwirtschaft schade den Fröschen. „Wird ein Boden gemäht, bekommen wir Froschschenkelsalat, weil die Tiere in die Maschinen geraten“, sagte Kai-Steffen Frank vom Bund Baden-Württemberg.

Auf großen landwirtschaftlichen Nutzflächen gebe es keine Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere, dafür aber regelmäßige Giftduschen. Der Frosch, der das überlebe, könne bei der Überquerung von Straßen sterben - auf der Wanderung zum Winter-, Laich- oder Sommerquartier. Nun wird auch noch der Chytridpilz den Fröschen gefährlich. Der Mikroorganismus hat sich nach Angaben von Kwet in den vergangenen 20 Jahren rasch in Mittel- und Südamerika ausgebreitet und dort bereits die meisten Froscharten und Salamander ausgerottet.

Mit seiner Ehrung ist der Laubfrosch nicht allein. Denn die Weltnaturschutzorganisation Iucn hat gemeinsam mit dem Weltzooverband Waza das Jahr 2008 zum „Jahr des Frosches“ ausgerufen, um auf die Bedrohung aller Amphibien hinzuweisen. Etwa 100 Arten sind bereits ausgestorben, in naher Zukunft wird dieses Schicksal die Hälfte aller 6 239 Amphibienarten ereilen. Das ist laut Waza das größte Massensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier.

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